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  • 20.09.2012, 10:50 Uhr
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  • Münster
IAA-Nutzfahrzeugmesse

Schmitz Cargobull geht nach China

Der Altenberger Produzent von Lkw-Aufliegern will im Reich der Mitte ein neues Werk bauen. Aber nicht nur China ist als Absatzmarkt interessant, auch in St. Petersburg ist ein neues Montagewerk in Planung.

Nach China wollten sie nie. Aber die Zeiten ändern sich. Die Grenze zum Ural, bis vor einiger Zeit ein Tabu für die Schmitz Cargobull AG, ist längst überschritten. „Wir wollen in China ein Werk bauen”, sagt der Vorstandsvorsitzende Ulrich Schümer gestern auf der IAA-Nutzfahrzeugmesse in Hannover. Etwa 30.000 Fahrzeuge sollen bereits 2016 in China gebaut werden, 2014 sollen die ersten vom Band laufen.

Vorstandsmitglied Andreas Schmitz ist bereits regelmäßig im Reich der Mitte. Auf dem Teststand in Altenberge werden derweil chinesische Auflieger auf Herz und Nieren geprüft. Denn wer auf dem dortigen Markt bestehen will, der muss die Konkurrenz kennen.

Cargobull, der größte Hersteller von Lkw-Aufliegern und Kühlkoffern in Europa, hat die Krise überstanden. 43.169 gebaute Fahrzeuge im vergangenen Geschäftsjahr, eine Eigenkapitalquote von 58 Prozent, die Umsatzrendite bei 4,5 Prozent vor Steuern und ein Umsatz von 1,6 Milliarden € . „Wenn wir an der Börse gewesen wären, dann würde es uns heute nicht mehr geben”, sagt einer der Mitarbeiter. Schümer wiegelt ab. „Zumindest wäre es schwer geworden.”

Die Gesellschafter haben sich in der Krise klar zum Unternehmen bekannt. Trotzdem wünsche ich der gesamten Branche, dass so etwas nicht noch einmal passiert”, blickt er zurück. Angst vor China hat er nicht. „Auch wir kommen an der Globalisierung nicht vorbei”, sagt Schümer. Insgesamt drei neu angemeldete Auflieger in ganz Portugal im August machen deutlich, dass das Unternehmen kreativ sein muss. In Spanien, Italien und Portugal sind die Verkaufszahlen um etwa 50 Prozent gesunken.

In China bekomme das Thema Transport und Logistik einen neuen Stellenwert. „Der Sattelauflieger setzt sich dort immer mehr durch”, sagt der Vorstandsvorsitzende. Mit dem führenden chinesischen Lkw-Hersteller Dongfeng hat das Unternehmen einen starken Partner an der Seite. Zehn Prozent Marktanteil ist das Ziel.

China ist allerdings nicht der einzige Absatzmarkt, den Cargobull ins Visier nimmt. „Wir planen in St. Petersburg ein neues Montagewerk”, berichtet Schümer. Die Einfuhrzölle seien so hoch, dass eine Montage vor Ort finanztechnisch große Vorteile habe. Die Aufliegerteile werden im Altenberger Stammwerk gefertigt, dann nach Russland gebracht und dort vor Ort montiert.

Nach Russland streckt auch die Firma Wecon aus Ascheberg ihre Fühler aus. Der Aufliegerhersteller mit 70 Mitarbeitern in Ascheberg und 80 in Südpolen will wachsen, berichtet Geschäftsführer Franz-Josef Hemker. Die IAA ist ein wichtiger Gradmesser für die Nutzfahrzeug-Branche.

(Redaktion)


 


 

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