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  • 08.11.2012, 11:34 Uhr
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  • Münster & Münsterland/Emscher-Lippe-Region
IHK-Ausschuss

Regionale Wertstoffketten gefährdet

Mit Sorge beobachtet der IHK-Industrieausschuss den wachsenden Widerstand bei Politik, Verwaltung und Bevölkerung gegen den Abbau heimischer Rohstoffe. Derzeit kämpfen zum Beispiel die Rohstoffunternehmen im Münsterland um die Aufnahme von sogenannten Suchräumen in den Regionalplan Münsterland.

Um mehr Akzeptanz für die Gewinnung oberflächennaher Rohstoffe wirbt der Industrieausschuss der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen. „Für eine ganze Reihe von Produktionsunternehmen in unserer Region hängt die Wettbewerbsfähigkeit oder sogar die komplette Existenz vom standortnahen Abbau zum Beispiel von Kalkstein, Tonstein oder Quarzsand ab“, stellte der Ausschussvorsitzende Gustav Deiters in der Sitzung bei der Jöst GmbH & Co. KG in Dülmen fest. Ohne die verbindliche Absicherung von Abbaustätten in den Regionalplänen verlören nicht nur Rohstoffunternehmen, sondern auch Zementhersteller, Klinkerwerke und andere nachgelagerte Produktionsbetriebe ihre Zukunftsperspektive.

Mit Sorge beobachtet der IHK-Industrieausschuss den wachsenden Widerstand bei Politik, Verwaltung und Bevölkerung gegen den Abbau heimischer Rohstoffe. Derzeit kämpfen zum Beispiel die Rohstoffunternehmen im Münsterland um die Aufnahme von sogenannten Suchräumen in den Regionalplan Münsterland.

Es werde aber immer schwieriger, Abbaugebiete zu sichern, bestätigten Franz-Josef Barton, Standortleiter des Dyckerhoff-Zementwerkes in Lengerich, und Hermann Berentelg, Chef des Recker Ziegelwerkes Berentelg & Hebrock OHG. Beide sprachen im IHK-Industrieausschuss von umfangreichem Informationsbedarf und intensiven Diskussionen mit der Kommunalpolitik. Viele Verantwortliche vor Ort machten sich nicht bewusst, dass dadurch regionale Wertschöpfungsketten, an deren Ende weltweit gefragte Produkte stünden, in Gefahr gerieten.

Insgesamt werde die Bedeutung der heimischen Rohstoffgewinnung unterschätzt, fasste IHK-Ausschussvorsitzender Deiters die Diskussion zusammen. „Sie ist eine Stärke Nord-Westfalens“, erklärte er und verwies auf weltweit tätige Maschinenbauer oder Verpackungsmittelhersteller aus der Region, die ihre Marktführerschaft auch dem Rohstoffabbau vor Ort verdankten.

Ein Beispiel dafür ist die Jöst-Gruppe in Dülmen, bei der der IHK-Industrieausschuss tagte. Das weltweit führende Unternehmen für Planung und Herstellung schwingungstechnischer Anlagen zur Aufbereitung von Schüttgütern für alle Industrien begann vor über 90 Jahren als Reparaturbetrieb für den Ruhrgebietsbergbau. Dr. Hans Moormann, Geschäftsführer der Jöst-Gruppe, erläuterte im Industrieausschuss, wie zum Beispiel moderne Sieb- und Schwingtechnik bei der Rohstoffgewinnung von Kohle über Kalk- und Hartgestein bis hin zu Diamanten heute weltweit zum Einsatz kommt.

(Redaktion)


 


 

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