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  • 25.01.2013, 15:29 Uhr
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  • Münster & Münsterland
IHK-Konjunkturbericht

Export bringt Aussicht auf Besserung

Die Zeichen deuten auf eine stabile Lage auf gutem Niveau, nicht jedoch auf ein kraftvolles Durchstarten des Konjunkturmotors im Münsterland und der Emscher-Lippe-Region.

„Die größeren Unternehmen schätzen ihre Aussichten auf den Weltmärkten wieder besser ein“, unterstrich Karl-Friedrich Schulte-Uebbing, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen, heute (25. Januar) in Münster bei der Vorstellung des aktuellen Konjunkturberichtes die große Bedeutung des Exports für die Gesamtwirtschaft in der Region. Der IHK-Konjunkturklimaindikator, der aus der Lageeinschätzung und den Erwartungen der befragten Unternehmen berechnet wird, ist leicht auf 111 Punkte geklettert und liegt wieder über dem langfristigen Durchschnitt (108).

Die aktuelle Lage

In der zweiten Jahreshälfte 2012 hat auch die Wirtschaft im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region die Finanzkrise und die schwache Weltwirtschaft gespürt. Der Industrieumsatz sank 2012 gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent von 42,2 in auf 40,6 Milliarden Euro, das Auslandsgeschäft ging um fünf Prozent von 17,3 auf 16,4 Milliarden Euro zurück. Entsprechend verhalten schätzen die Unternehmen die aktuelle Geschäftslage ein: Jedes zehnte Unternehmen bewertet sie als schlecht. „Die Negativurteile haben damit leicht zugenommen“, stellte IHK-Hauptgeschäftsführer Schulte-Uebbing fest.

Vor allem international tätige Großunternehmen und Industriebetriebe stehen derzeit noch im erheblichen Gegenwind der Weltkonjunktur. Kleine Betriebe mit weniger als 20 Beschäftigten sind dagegen zufriedener mit der derzeitigen Geschäftslage. „Sie profitieren vom hohen Beschäftigungsstand, der gut laufenden Binnenkonjunktur, auch im Bereich Wohnungsbau“, so Schulte-Uebbing.

Was dem IHK-Hauptgeschäftsführer besondere Sorgen bereitet, ist das wieder stärker werdende Nord-Süd-Gefälle im IHK-Bezirk Nord Westfalen. Die Unternehmen in der Emscher-Lippe-Region schätzen ihre Lage durchweg schlechter ein als im Münsterland. „Die Konjunkturdelle hat das nördliche Ruhrgebiet offensichtlich deutlich stärker getroffen als das Münsterland“, stellte er fest.

Die Aussichten

„Insgesamt ist aber Besserung in Sicht“, wertete er die Antworten der Unternehmen zu den Geschäftsaussichten. Der Anteil der „Konjunkturoptimisten“ ist von zehn (Umfrage 2012) auf 16 Prozent gestiegen. Zwei Drittel der Betriebe rechnen mit einem gleichbleibenden Konjunkturverlauf. „Insgesamt erwarten aber mehr Unternehmen eine Verschlechterung ihrer Lage“, verweist Schulte-Uebbing auf den negativen Antwortsaldo bei den Geschäftsaussichten. Die Sorgen um die Inlandsnachfrage, steigende Kosten für Energie, Rohstoffe und Arbeit sowie die Auswirkungen der Finanzkrise dämpften die Erwartungen. Schulte-Uebbing: „Hier liegen aus Sicht der Unternehmen erhebliche Konjunkturrisiken.“

Wachsende Zuversicht beim Auslandsgeschäft sorgt aber maßgeblich dafür, dass der IHK-Konjunkturklimaindex leicht zugelegt hat. 22 Prozent der Unternehmen erwarten positive Impulse aus dem Export. „Der Antwortsaldo ist hier wieder positiv geworden“, freute sich Schulte-Uebbing. Denn das Auslandsgeschäft habe einen bestimmenden Einfluss auf die Konjunkturentwicklung in Deutschland und Nord-Westfalen. Schulte-Uebbing: „Der Exportanteil unserer Industriefirmen liegt inzwischen bei über 40 Prozent.“

Investitionen und Beschäftigung

Positiv wertet der IHK-Hauptgeschäftsführer auch die gewachsene Investitionsneigung. Fast 24 Prozent der Unternehmen wollen jetzt ihre Investitionen aufstocken. In der Umfrage 2012 waren es nur 18,3 Prozent. Vor allem kleinere Betriebe wollen mehr investieren, „was Ausdruck der guten Konjunkturlage im Handel und bei den Dienstleistungen ist“, so Schulte-Uebbing.

Die Antworten der Unternehmen ließen zudem den Schluss zu, dass das Klima auf dem Arbeitsmarkt freundlich bleibt, so der IHK-Hauptgeschäftsführer weiter. Trotz Wachstumsschwäche zum Jahreswechsel beabsichtige jedes fünfte Unternehmen, mehr Personal einzustellen. Gute Chancen auf zusätzliche Arbeitsplätze gebe es vor allem in den Bereichen Handel und Dienstleistungen. Schulte-Uebbing: „Allerdings tun sich vor allem kleine Unternehmen schwer, im Wettbewerb um die besten Köpfe mitzuhalten.“ Überdurchschnittlich viele Handelsunternehmen fürchten laut Umfrage Fachkräftemangel als Konjunkturrisiko.

„Aufgehellte Exportaussichten zu Jahresbeginn und die nach wie vor robuste Binnennachfrage, die durch einen hohen Beschäftigungsstand gestützt wird, lassen erwarten, dass es in der zweiten Jahreshälfte zu einer Erholung kommen wird“, lautete das Fazit von IHK-Hauptgeschäftsführer Schulte-Uebbing.

Für den IHK-Konjunkturbericht wurden im Dezember 2012 und Januar 2013 rund 500 Unternehmen mit insgesamt etwa 57.000 Beschäftigen repräsentativ befragt.

(Redaktion)


 


 

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