Weitere Artikel
  • 08.05.2013, 10:01 Uhr
  • |
  • Münster & Münsterland
IHK und Einzelhandelsverband

Forderung nach klaren Regelungen für Trödelmärkte

Auch in Münster taucht auf Trödelmärkten inzwischen viel Neuware auf. Die Diskussionen über Sonntags-Trödelmärkte und das neue Ladenöffnungsgesetz kennt Veranstalter Stefan Braun. Doch er ist sicher, dass auf seinen Märkten die Mischung von Trödel und Neuware passt und die Markthändler dem Einzelhandel nichts wegnehmen.

Trödelmärkte ohne Trödel? Die Märkte verändern sich. Viele Neuwaren kommen heute auf den Markt: Ob Kleidung, Obst und Gemüse, Elektronik oder Konservendosen – die Liste ist lang. Der Kampf um Trödelmärkte in NRW ist seit der Verabschiedung des neuen Ladenöffnungsgesetzes und den Diskussionen über Sonntagsöffnungen wieder in den Mittelpunkt des Interesses von Politikern gerückt.

Stefan Braun ist überzeugt, dass auf seinen Märkten, die er seit 1987 in Münster veranstaltet, die Mischung passt. Braun spricht von zwei Dritteln Trödel und einem Drittel Neuware. „wir grenzen das schon ein.“ Er als Veranstalter ist auch überzeugt: „Der Trödel nimmt dem Einzelhandel nichts weg.“ Braun spricht in diesem Zusammenhang von „gering geschätzter Neuware“.

„Es darf nicht so viel Neuware angeboten werden“

Dass sie nicht generell gegen Trödelmärkte sei, sagt Karin Eksen, Geschäftsführerin des Einzelhandelsverbandes Westfalen-Münsterland. Dennoch müsste ihrer Meinung nach stärker auf das Marktsortiment geachtet werden. „Es darf nicht so viel Neuware angeboten werden“, fordert Eksen. Messbar sei der Verlust durch die Märkte für den stationären Handel zwar nicht, trotzdem müssten klare Regelungen für eine Marktgenehmigung gefunden werden, so die Juristin.

Auf der einen Seite achteten Politiker auf den Schutz der Sonntage für die Beschäftigten des Einzelhandels, auf der anderen Seite aber würden Trödelmärkte an den Sonntagen völlig kritikfrei akzeptiert, so Eksen. „Auf der einen Seite werden strenge Maßstäbe angelegt“, sagt die Geschäftsführerin des Einzelhandelsverbandes, auf der anderen Seite werde aber weggeschaut.

Dass die Stadt sehr wohl das Markttreiben beobachte, betont Horst-Werner Koch vom Ordnungsamt. Demnach sei geregelt, dass beispielsweise sonntags nur ein Markt in einem Stadtteil stattfinden darf. Außerdem soll der Anteil von Neuwaren auf den Veranstaltungen, die als Jahrmärkte von der Stadt genehmigt werden, die 50 Prozent nicht überschreiten.

Allein in diesem Monat wird innerhalb der Stadt Münster an vierzehn Tagen getrödelt. Veranstalter Stefan Braun aus Münster spricht von 40 bis 45 Märkten pro Jahr. Landesweit veranstaltet er nach eigenen Angaben jährlich rund 450 Märkte.

„Kein Mensch hat was gegen Trödelmärkte“, sagt Jens von Lengerke von der IHK Nord Westfalen in Münster. Der Handelsfachmann unterscheidet aber deutlich zwischen dem Marktangebot in Münster und dem im Ruhrgebiet, wo Trödelmärkte sehr viel stärker ausgeprägt seien. Trotzdem fordert auch Jens von Lengerke eine „Waffengleichheit“ zwischen dem Handel vor Ort und den Händlern auf den Trödelmärkten.

(Redaktion)


 


 

Trödelmärkte
Münster
Neuware
Märkte
Sonntag
Trödel

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Trödelmärkte" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: