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  • 26.09.2012, 10:18 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Immobilienmarkt

City-Immobilien gesucht

Die Inflationsangst geht um: Durch die gestiegenen Immobiliennachfrage werden Wohnungen und Häuser in Großstädten wie Münster knapp.

In deutschen Großstädten sind zum Verkauf stehende Häuser und Eigentumswohnungen zur Mangelware geworden. In der Folge sind die Preise exorbitant geklettert. Das gilt auch in der Münsterland-Metropole Münster, wo frei stehenden Eigenheime laut einer Auswertung des Immobilienverbands Deutschland (IVD) inzwischen bis zu 650 000 €  kosten, eine 100-Quadratmeter- Eigentumswohnung bis zu 390 000 € . In der Statistik, die 390 große deutsche Städte umfasst, wird aus dem Münsterland neben Münster nur Rheine genannt. Dort zahlen Käufer für eine Eigentumswohnung mit einer Fläche von 100 Quadratmetern bis zu 250 000 €, ein Einfamilienhaus kosten in der Spitze sogar noch etwas mehr.

Die Inflationsangst und der daraus resultierende Run auf Immobilien machen es vor allem in Metropolen wie München, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart oder Köln kaum noch möglich, Angebote zu passablen Preisen zu finden. „Das habe ich in 20 Jahren noch nicht erlebt“, sagt der Leiter der Marktforschung des IVD Süd, Stephan Kippes.

Selbst in Berlin, das früher als vergleichsweise günstiges Pflaster galt, werden in Bestlagen bis zu 15 000 €  pro Quadratmeter gezahlt und damit dreimal so viel wie früher. In München sind Preise von 500 000 €  für eine neue 100-Quadratmeterwohnung in der Stadt fast schon ein Schnäppchen. Trotzdem ist ein drastischer Preisverfall aus Sicht von Kippes nicht zu befürchten – auch, weil sich die Lage wegen der geringen Zahl der Neubauten nicht entspannen wird. „Ich habe keine Sorgen vor einem Crash.“

Angeheizt wird der Kaufrausch durch historisch niedrige Baugeldzinsen von teils unter drei Prozent. Allein der größte deutsche Makler Engel & Völkers hat aktuell rund 500 000 Kaufinteressenten in seiner Kartei und kann in den Metropolen nicht auf Anhieb alle Wünsche erfüllen. „Der Verkauf ist vergleichsweise leicht“, sagt Vorstand Kai Enders.

Goldene Zeiten für Makler? Viele sind händeringend auf der Suche nach Häusern und zahlen üppige Prämien für Tipps. „Sie kennen jemanden, der seine Immobilie verkaufen möchte? Geben Sie uns Bescheid“, wirbt etwa ein Makler im Fichtelgebirge und lockt mit bis zu 3000 €  Vermittlungsprämie. Der Immobilienboom betrifft aber vor allem die Großstädte. Dort finden auch Mieter nur schwer eine bezahlbare Wohnung. Allerdings gilt das nicht für alle Regionen: In Teilen Ostdeutschlands oder Nordrhein-Westfalens stehen Häuser leer. „Der Markt ist zweigeteilt“, sagt Enders. Im Ruhrgebiet wird auch die Vermietung von Wohnungen zunehmend schwieriger.

(Jürgen Stilling, dpa)


 


 

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