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  • 28.09.2012, 10:08 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Immobilienmarkt Münsterland

Immobilien werden knapp

Wie die LBS West berichtet, steigt die Nachfrage nach gebrauchten Objekten im Münsterland weiter, während das Angebot sinkt. Von einer Immobilien-Blase könne aber keine Rede sein.

Auf dem münsterländischen Markt für Gebrauchtimmobilien spitzt sich die Lage zu: Die Berater in den Sparkassen und den Büros der LBS West melden in 60 Prozent der Gemeinden des Münsterlandes ein schwindendes Angebot, gleichzeitig steigt in zwei Drittel der Gemeinden die Nachfrage.

Wie LBS-Vorstandschef Dr. Gerhard Schlangen gestern weiter berichtete, steigen die Preise für gebrauchte Häuser und Wohnungen aber nur in 38 Prozent der Orte in der Region. Aus 55 Prozent der Gemeinden melden die Experten stabile Preise. „Irgendwann ist das Preislimit der Käufer erreicht“, erklärte Schlangen die auf den ersten Schritt erstaunliche Preisentwicklung.

In ganz Nordrhein-Westfalen boomt der Gebraucht-Immobilienmarkt. „Mit 186 000 verkauften Wohnungen wird zum Jahresende vermutlich ein neuer Rekord erreicht – das sind fünfmal mehr als im Neubau entstehen“, erklärte Schlangen.

Grund für die starke Nachfrage ist nach Einschätzung der LBS West die europäische Staatsschuldenkrise, die zurzeit die Inflationsangst schürt. „Von einer Immobilienblase kann dennoch nicht die Rede sein“, betonte der LBS-West-Vorstandsvorsitzende.

Im Regierungsbezirk Münster sind aber nicht nur gebrauchte Häuser gefragt. In der Region wird deutlich mehr gebaut als in den anderen nordrhein-westfälische Regionen. Mit 54 fertiggestellten Wohnungen pro 10.000 Haushalte lägen Münsterland und Emscher-Lippe-Region 2012 sogar weit vor dem zweitplatzierten Regierungsbezirk Köln (43 Wohnungen), so Schlangen (siehe Grafik).

Handlungsbedarf sieht die LBS West bei vielen Altimmobilien. Zwei Drittel der Eigenheime in NRW seien in energetischer Hinsicht sanierungsbedürftig, betonte Schlangen. „Das sind knapp zwei Millionen Gebäude.“

Doch die Eigentümer schätzen die Lage anders ein. Zwei Drittel der Hausbesitzer sehen einer LBS-Studie zufolge keinen energetischen Modernisierungsbedarf.

Gute Zahlen stehen in der Zwischenbilanz der LBS West: Das Ziel für das Bauspar-Neugeschäft liegt für 2012 bei 9,5 Mrd. €  nach 9,0 Mrd. €  im Vorjahr. Bis Ende August wurde im Immobilienhandel das Volumen bereits um zwölf Prozent auf 1,1 Mrd. €  gesteigert.

Indes kommen die Preissteigerungen auch bei den Mietern an. Vor allem Haushalte mit niedrigem Einkommen müssten sich in Nordrhein-Westfalen auf steigende Mieten einstellen, heißt es im Wohnungsmarktbericht des Immobilienunternehmens LEG. Die Zahl der Regionen, in denen Wohnungen zu Netto-Kaltmieten von weniger als vier €  zu finden seien, sei 2011 deutlich zurückgegangen,

(Jürgen Stilling)


 


 

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