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  • 05.10.2016, 14:49 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Industrie

Industrie 4.0 verändert die Arbeitswelt

Die Möglichkeiten der Digitalisierung verändern unsere Welt und somit auch die Arbeitswelt: Menschen sind 24 Stunden am Tag online und mit der ganzen Welt vernetzt.

Welche Auswirkungen dadurch auf die Arbeitswelt entstehen, stellte Swetlana Franken, Professorin für BWL, Schwerpunkt Personalmanagement, an der FH Bielefeld in der gfw-Veranstaltung „Industrie 4.0 – Auswirkungen auf die Arbeitswelt und Unternehmensführung“ vor 50 Unternehmensvertretern bei der Bernd Münstermann GmbH & Co. KG in Telgte dar.

Industrie 4.0 und Digitalisierung ermöglichen den umfassender Einzug von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in alle Geschäftsprozesse, mit der Folge der Vernetzung zu einem Internet der Dinge, Dienste und Daten. Ganz neue Möglichkeiten für Industrie und Handwerk eröffnen sich: Hersteller können ihre Maschinen aus der Ferne steuern, überwachen und Wartungskosten reduzieren. Software-Updates können aus der Ferne aufgespielt und Ausfallzeiten der Maschinen durch die stetige Kontrolle von Verschleißteilen minimiert oder sogar verhindert werden. Handwerksbetriebe können schon vor Ort einen Kostenvoranschlag erstellen und am Tablet sofort gegenzeichnen lassen. Maße der Baustelle werden direkt aufgenommen, ins Büro übertragen, dort bearbeitet und wieder an den Kunden zurückgeschickt.

Es findet dadurch eine enorme Flexibilisierung der Arbeit statt, die sich zunehmend von Zeit und Ort entkoppelt, bis hin zu Virtualisierung. Wie wird sich dadurch die Rolle der Menschen in Unternehmen verändern und werden neue Anforderungen an ihre Kompetenzen gestellt? Zu erwarten ist, dass Menschen in der Arbeitswelt der Zukunft drei Arten von Aufgaben übernehmen werden: Nicht automatisierbare Wahrnehmungs- und Steuerungstätigkeiten, kreativ-intelligente sowie sozial-intelligente Tätigkeiten. Swetlana Franken hob besonders hervor, dass es die Aufgabe von Unternehmensführungen ist, ihre Beschäftigten an diese veränderten Aufgaben heranzuführen und mit ihnen zusammen die Umgestaltung von Arbeitsabläufen zu entwickeln. Dies bedingt auch neue Organisationsformen und Führungskonzepte. Führungskräfte sind dafür verantwortlich, möglichen Gefahren vorzubeugen und strategische Chancen der Digitalisierung zu nutzen, d.h. sich mit neuen Technologien und Trends zu beschäftigen, interdisziplinär und branchenübergreifend zu denken, digitale Geschäftsmodelle und Innovationen voranzutreiben und so Freiräume für neue Ideen zu schaffen.

„Prof. Franken hat uns aufgezeigt, dass die Digitalisierung viele und neue Chancen für bessere und interessantere Arbeitsplätze bietet und der Mensch auch in der Smart Factory als ein Teil des Produktionsprozesses und vor allem für die strategische Planung, Entscheidung und Innovation unentbehrlich ist“, betonte Petra Michalczak-Hülsmann, gfw-Geschäftsführerin, zum Abschluss der Veranstaltung.

Für die Umsetzung neuer Organisationsformen im Unternehmen ist eine Zusammenarbeit aller Generationen unabdingbare Voraussetzung. Sie wird daher Thema der nächsten gfw-Veranstaltung am 24.10.2016 sein: Generationenmanagement - Wissenstransfer im Unternehmen. Anmeldungen unter www.gfw-waf.de.

(Redaktion)


 


 

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