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  • 09.08.2013, 10:28 Uhr
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  • Münster
Inflationsjahr 1923

Geldscheine in Münster nur echt mit Fingerabdruck des Bürgermeisters

Ob eine Banknote echt oder eine Blüte ist, kann man an vielen Sicherheitsmerkmalen ablesen - Wasserzeichen, Farbspiele, Mikrodruck oder Hologramme schützen vor Betrug. Auch vor 90 Jahren schon wollte man Fälschern einen Schritt voraus sein.

Das Stadtmuseum Münster präsentiert aus der Inflationszeit einen 5 Millionen-Mark-Schein mit originalem Fingerabdruck. Er gehörte zum rechten Zeigefinger von Münsters damaligen Bürgermeister Wilhelm Kiwit. Mit diesem Abdruck sollte die Echtheit des Papiergeldes bezeugt werden.

Ab sofort ist das kuriose Zahlungsmittel im Kabinett zur Weimarer Republik für wenige Wochen ausgestellt. Die Notgeldscheine wurden nach dem Beschluss des städtischen Magistrats am 11. August 1923 gedruckt.

Das deutsche Reich versank nach Krieg und aufgebürdeten Reparationszahlungen in einem riesigen Schuldenberg. Preise und Löhne stiegen unaufhaltsam. So kostete im Oktober 1923 ein Liter Milch 200 Millionen Mark. Löhne wurden zunächst wöchentlich und dann täglich ausbezahlt. Weil man mit dem Drucken der Noten aufgrund ständig wechselnder Werte kaum nachkam, ließ die Stadt Münster in eigener Regie Notgeld herstellen - inklusive Fingerabdruck.

Öffnungszeiten Stadtmuseum Münster, Salzstraße 28, dienstags bis freitags 10 bis 18 Uhr, samstags/sonntags 11 bis 18 Uhr.

(Redaktion)


 


 

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