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  • 05.11.2012, 13:41 Uhr
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  • Kreis Steinfurt
Inklusion mal anders

Wie wir miteinander leben, lernen und arbeiten

Die Diplom-Sozialpädagogin Doris Langenkamp ist am 12. November bei der „KreisBegegnung“ in Rheine dabei.

Vorsitzende der Lebenshilfe Münster, Vorsitzende des Ausschusses „Kindheit und Jugend“ im Landesverband Nordrhein-Westfalen sowie Mitglied des Bundesvorstandes: Doris Langenkamp ist eine viel beschäftigte Frau – und Mutter eines Sohnes mit Behinderung. Bei der zwölften KreisBegegnung zum Thema Inklusion spricht die Diplom-Sozialpädagogin mit Moderatorin Elke Frauns nach dem Film „Uwe geht zu Fuß“ auch über ihre Erfahrungen. Landrat Thomas Kubendorff lädt zu dieser Veranstaltung alle Interessierten am Montag, 12. November, 18 bis 20.30 Uhr, ins Citykino Rheine ein.

Interview mit Doris Langenkamp

Dass Sie überhaupt noch Zeit für die Veranstaltung haben, wundert ja angesichts der Liste Ihrer Tätigkeiten. Wie machen Sie das?

Doris Langenkamp: Über die Einladung habe ich mich sehr gefreut, denn das Thema Inklusion ist mir Herzensangelegenheit. Die Liste meiner Tätigkeiten hört sich heftiger an als sie tatsächlich ist. Jeder, der Familie und andere Tätigkeiten und Interessen unter einen Hut bringen muss, weiß: mit guter Planung, einem funktionierenden Netzwerk und der Bereitschaft der Beteiligten sich zu arrangieren, klappt ganz viel.

Bei der zwölften KreisBegegnung geht es um Inklusion in der Gesellschaft. Wie sind Ihre Erfahrungen? Was sind die Fragen, mit denen wir uns beschäftigen müssen? Und warum?

Doris Langenkamp: In den vergangenen Jahren hat sich schon viel getan, zum Beispiel im Kindergarten, in der Schule und bei Freizeitangeboten. Auf dem Weg zur gleichberechtigten Teilhabe sind wir dennoch erst am Anfang. Es ist das Eine, gesetzliche Rahmenbedingungen zu gestalten und es ist ein Anderes, das Bewusstsein dafür zu schaffen, wie fruchtbar und gewinnbringend für alle – Menschen mit und ohne Behinderung – es sein kann, miteinander zu lernen, zu arbeiten, zu leben. Besonders beschäftigt mich natürlich, wie Menschen mit sehr hohem Hilfebedarf teilhaben können. Inklusion darf nicht ein Zauberwort nur für einige sein. Inklusion ist ein gesamtgesellschaftlicher Veränderungsprozess.

Der Regisseur des Films „Uwe geht zu Fuß“, Florian von Westerholt, sagt über sein Werk: „Dies ist ein Film über das Glück. Tatsächlich wollte ich keinen Film machen, der die Beschwerlichkeiten des Lebens mit einem Menschen mit Behinderung zeigt, denn Filme mit dieser Thematik gibt es mehr als genug, meiner wäre damit überflüssig.“ Sehen Sie das auch so – gibt es genug über dieses Thema?

Doris Langenkamp: Das Leben mit einem Menschen mit Behinderung bringt Beschwerlichkeiten und Glück. Filme geben uns Einblicke in andere Lebenswelten. Das Leben ist so facettenreich und je mehr unterschiedliche Einblicke wir bekommen, umso weiter wird unser Horizont. Ob es genug Filme über die Beschwerlichkeit des Lebens mit einem Menschen mit Behinderung gibt, vermag ich nicht zu sagen. Ich finde gut, dass es unterschiedliche Darstellungen gibt, so vielfältig wie das Leben eben.

Was erhoffen Sie sich denn konkret von der Veranstaltung KreisBegegnung? Haben Sie bestimmte Erwartungen?

Doris Langenkamp: Die Idee der KreisBegegnung finde ich richtig gut. Ich hoffe auf Begegnungen, Begegnungen im Gespräch über Inklusion, und ich bin gespannt auf neue Erfahrungen. Es wäre toll, wenn diese Veranstaltung ein kleiner weiterer Schritt auf dem Weg der Inklusion sein könnte.

Zu der zwölften KreisBegegnung sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger eingeladen. Nach dem Film spricht Moderatorin Elke Frauns mit Doris Langenkamp und lädt zur Diskussion ein. Anmeldungen sind möglich per Telefon (02551/69-2164) und per Mail ([email protected]). Die Teilnahme ist kostenlos.

(Redaktion)


 


 

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