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  • 26.03.2015, 09:08 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Innenstadt-Forum

Wie der Einzelhandel die Möglichkeiten des Internets nutzen kann

Begriffe wie Warenwirtschaftssystem“ oder „Verfügbarkeitsabfrage“ klingen nicht besonders schön, aber für den traditionsreichen Einzelhandelsstandort Münster dürften sie von entscheidender Bedeutung sein.

Diese These jedenfalls vertritt der Ökonom und Internet-Experte Prof. Gerrit Heinemann. Auf Einladung der Initiative Starke Innenstadt (ISI) sprach er am Dienstagabend vor über 200 Zuhörern im Vortragssaal des LWL-Museums am Domplatz. Gerrit Heinemann gab dem Handelsstandort Münster gute Noten, benannte aber auch die Herausforderung im digitalen Zeitalter.

Münster habe zahlreiche Sünden anderer Städte (Stichwort „Einkaufen auf der grünen Wiese“) nicht mitgemacht, so der Referent, überdies leide der stationäre Einzelhandel in kleinen und mittleren Städten viel mehr als in einem Oberzentrum wie Münster.

Gleichwohl müsse sich der Einzelhandel darauf einstellen, dass sich das Kundenverhalten im Internetzeitalter grundlegend verändere. „Der Online-Handel ist die konsequente Fortsetzung der Selbstbedienung.“ Mehr noch: Da immer mehr Kunden mit internetfähigen Smartphones in die Geschäfte gehen, „verschwinden die Grenzen zwischen digitalem und stationärem Einzelhandels“.

So sei das Internet inzwischen ein gängiges Mittel, um sich über Produkte zu informieren und einen Preisvergleich anzustellen. Um diese Kundschaft in die Geschäfte zu holen, müssen die Geschäfte laut Gerrit zwei wesentliche Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen erstens dem Kunden online Auskunft darüber geben können, ob die gewünschte Ware im Laden vorrätig ist. Und sie müssen zweitens gewährleisten, dass die im Geschäft gekaufte Ware – sofern gewünscht – umgehend geliefert wird. In diesem Fall würde der Händler einen zufriedenen Kunden erleben und einen unschlagbaren Zeitvorteil nutzen. Denn: Die im Internet bestellten Waren kommen „erst einen Tag später“.

Auf die „veränderten Spielregeln“ reagieren

Tobias Viehoff, Sprecher der ISI, appellierte an die anwesenden Kaufleute, auf die „veränderten Spielregeln“ zu reagieren. „Wir wollen keine Betroffenheit, wohl aber Engagement.“ Ein konkretes, firmenübergreifendes Aufgabenfeld könnte zum Beispiel ein Lieferservice sein.

Aber auch die Politik müsse mitspielen und positive Rahmenbedingungen für die Wirtschaft schaffen, so Vie­hoff weiter: „Wir wollen unsere Unverwechselbarkeit bewahren, ohne zum Museumsdorf zu werden.“

(Klaus Baumeister, WN)


 


 

Prof. Gerrit Heinemann
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Einzelhandelsstandort
Münster

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