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  • 11.07.2014, 10:20 Uhr
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  • Reckenfeld / Münsterland
Insolvenz

Luhns-Mitarbeiter zwischen Hoffen und Bangen

Rund 185 Luhns-Mitarbeiter am Standort Reckenfeld bangen um ihren Job. Die Muttergesellschaft Hansa Group ist zahlungsunfähig und hat ein Insolvenzverfahren beantragt.

Luhns in Schwierigkeiten: Der Vorstand der Hansa Group – seit 2010 Eigentümer der Luhns AG – hat am Mittwoch einen „Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverantwortung“ gestellt. Dieser Antrag betrifft die Hansa Group ebenso wie weitere Konzerngesellschaften, darunter auch die Luhns AG. Das Unternehmen ist zahlungsunfähig und hofft, die Mutter- und ihre Tochtergesellschaften durch das Insolvenzverfahren sanieren zu können. Der Antrag auf Eröffnung des Verfahrens wurde beim Amtsgericht Duisburg gestellt. Zuvor habe man „ergebnisoffen Sanierungsoptionen geprüft“, heißt es in einer Mitteilung.

Produktionsleiter Dr. Johannes Hachgenei erklärte auf Anfrage, dass die laufende Produktion in Reckenfeld von der Insolvenz nicht betroffen sei. Der Betrieb laufe wie gewohnt weiter. Das Ziel des Insolvenzverfahrens sei die Sanierung. Zu weiteren Auskünften sei er jedoch nicht berechtigt und verwies daher auf die Pressestelle der Muttergesellschaft „Hansa Group“. Von dort hieß es: „Wir versuchen so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten“, wie Silvia Kostova betonte. Eine Jobgarantie für die Beschäftigten klingt anders. „Unser erstes Ziel ist es nun, kurzfristig den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten und somit die Geschäftstätigkeiten so reibungslos wie möglich fortführen zu können“, erklärte Bernd Depping vom Vorstand der Hansa Group AG in der Pressemitteilung. „Wir werden unverzüglich die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes für die Löhne und Gehälter der Beschäftigten sicherstellen und die Gespräche mit unseren Kunden und Lieferanten aufnehmen“.

Ein Insovenzverfahren in Eigenverwaltung rückt die Sanierung in den Mittelpunkt

Luhns produziert in Reckenfeld Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel sowie Kosmetika. Das Unternehmen hat Eigenmarken im Programm, stellt aber auch zahlreiche Produkte her, die als Handelsmarken von Discountern vertrieben werden – unter anderem Aldi und Netto. Rund 50 Lkw voller Shampoo, Fensterreiniger, Geschirrspülmittel und Waschmittel verlassen pro Tag den Standort an der Reckenfelder Straße. In Reckenfeld sind derzeit rund 135 Mitarbeiter in der Produktion tätig. Weitere 50 sind mit Verwaltung, Lager und Versand befasst.

Ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung ist ein recht neues Instrument des Insolvenzrechtes, das die Sanierung in den Mittelpunkt rückt – nach altem Recht ging es oft mehr um Zerschlagung und Abwicklung. Das Verfahren sieht vor, dass innerhalb von drei Monaten ein Sanierungsplan erarbeitet wird.

(Oliver Hengst, WN)


 


 

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