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  • 18.12.2013, 08:43 Uhr
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  • Münsterland
Insolvenzverfahren

Schäfer-Bauten GmbH stellt Antrag für Eigenverwaltungs-Verfahren

Die Geschäftsführung der Schäfer-Bauten GmbH aus Ibbenbüren hat am 16.12.2013 beim Amtsgericht Münster einen Antrag auf Einleitung eines Eigenvervaltungsverfahrens gestellt. Das Amtsgericht hat dem Antrag nach § 270a InsO entsprochen.

Mit Hilfe dieses Verfahrens kann das Bauunternehmen aus Ibbenbüren den bereits eingeschlagenen Sanierungskurs weiter fortsetzen. "Dieser Schritt ist in der gegenwärtigen schwierigen Lage der Gesellschaft die beste Option, um die eingeleitete Sanierung des Unternehmens im Interesse der Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Gesellschafter und Gläubiger erfolgreich abzuschließen und so den Fortbestand zu sichern", erklärt Geschäftsführerin Stefanie Schäfer. Der Geschäftsbetrieb läuft derzeit unverändert weiter.

Das Besondere des Eigenverwaltungsverfahrens ist: Das Unternehmen bleibt voll handlungsfähig. Das Amtsgericht und ein (vorläufiger) Sachwalter übernehmen lediglich eine Aufsichtsfunktion. Zum vorläufigen Sachwalter hat das Amtsgericht Münster den Rechtsanwalt und Fachanwalt für Insolvenzrecht Stefan Meyer von der Kanzlei MEYER Rechtsanwälte (Münster) bestellt.

Detaillierter Sanierungsplan

Die Schäfer-Bauten GmbH erarbeitet nun einen detaillierten Sanierungsplan, der die Maßnahmen zur Fortführung des Unternehmens aufzeigt und dem die Gläubiger zustimmen müssen. Diese Sanierungsmaßnahmen werden durch ein Leitungsgremium entwickelt und umgesetzt, der die Geschäftsführerin Stefanie Schäfer, die Prokuristen Christian Behr und Hermann Wallmeyer als technische Leitung und der Prokurist Andreas Chronz angehören. 

Unterstützend haben die Gesellschafter in Abstimmung mit dem Insolvenzgericht die Sanierungsexpertin und Fachanwältin für Insolvenzrecht Saskia Streicher von der Düsseldorfer Kanzlei Buchalik Brömmekamp zur (Sanierungs-)Geschäftsführerin berufen. "Meine Aufgabe ist es vor dem Hintergrund des Eigenverwaltungsverfahrens die Interessen aller Verfahrensbeteiligten zusammenzuführen. Es muss das gemeinsame Ziel sein, Schäfer-Bauten zu erhalten und in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Davon profitieren alle. Das Eigenverwaltungsverfahren bietet die besten Chancen dazu", so Saskia Streicher.

Die rund 260 Mitarbeiter an den Standorten in Ibbenbüren und Gelsenkirchen wurden im Rahmen von Mitarbeiterversammlungen am 17.12.2013 über die aktuelle Entwicklung informiert und haben für den Kurs der Sanierung zum bestmöglichen Arbeitsplatzerhalt Unterstützung signalisiert. Die Betriebsräte und die IG Bau werden in die weiteren Sanierungsschritte eingebunden. Die Löhne und Gehälter sind über das sogenannte Insolvenzgeld bis Ende Februar 2014 gesichert.

Mit dem Eigenverwaltungsverfahren nutzt Schäfer-Bauten eine neue gesetzliche Möglichkeit der Sanierung. Das Verfahren schafft den notwendigen Spielraum, um ein ausgewogenes und nachhaltiges Zukunftskonzept zu realisieren, das im Interesse aller Verfahrensbeteiligten liegt.

Rechtlicher Hintergrund

Die vorläufige Eigenverwaltung (§270a InsO): Seit dem 1. März 2012 lässt die neue Insolvenzordnung auf Antragstellung eine sogenannte vorläufige Eigenverwaltung zu. In der Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung weiterhin im Amt und kann die Geschicke des Unternehmens weiter lenken. Anstatt eines vorläufigen Insolvenzverwalters wird ein vorläufiger Sachwalter bestellt. Der vorläufige Sachwalter hat hauptsächlich die Aufgabe, die wirtschaftliche Lage des Schuldners zu prüfen und die Geschäftsführung zu überwachen. Im Einvernehmen mit den Gläubigern, dem vorläufigen Sachwalter und dem Insolvenzgericht will das Verfahren die Fortführung eines Unternehmens unter dem Schutz der Insolvenzordnung ermöglichen.

(Redaktion)


 


 

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