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  • 13.06.2014, 10:23 Uhr
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  • Münsterland / Havixbeck
Internationaler Wettbewerb

Firma Wehmeyer gibt Produktion in Havixbeck auf

Mit Wirkung zum 30. September 2014 wird die Heinrich Wehmeyer GmbH & Co. KG die Furnierfertigung am Gründungsstandort Havixbeck stilllegen. Ausschließlich betroffen von den Personalanpassungen ist die Produktion der Furnierfertigung.

„Wir bedauern diesen Schritt sehr“, sagt Heiner Wehmeyer, Geschäftsführer des Familienunternehmens. Um in der gegenwärtigen Marktsituation jedoch weiterhin profitabel bleiben zu können, sei eine nachhaltige Ausrichtung des Unternehmens unabdingbar, so der Betriebswirt in einer Pressemitteilung von Mittwochnachmittag.

Ausschließlich betroffen von den Personalanpassungen ist die Produktion der Furnierfertigung. Hier werden von den 17 Produktionsmitarbeitern zwei in den Ruhestand gehen; zwei weiteren Mitarbeitern kann eine Weiterbeschäftigung im Unternehmen angeboten werden.

Grund für die Stilllegung der traditionsreichen Fertigung ist vor allem das schwierige Furniermarktumfeld. „Im Zuge des starken Wettbewerbs, vor allem bedingt durch das niedrige Lohnniveau osteuropäischer Staaten, sowie die immer besser werdenden Holz-Imitate, mussten wir unser Werk auf seine Nachhaltigkeit und Effizienz überprüfen“, unterstreicht Wehmeyer. „Trotz bereits erfolgter Reduzierung der Belegschaft in den vergangenen drei Jahren können die Fertigungskosten am Standort Havixbeck nicht mehr profitabel erwirtschaftet werden.“

Strategische wie auch bauliche Neuausrichtung am Gewerbestandort Havixbeck

Der rund 20.000 Quadratmeter große Gewerbestandort Havixbeck bleibt nach Stilllegung der Produktion erhalten und erfährt sowohl eine strategische wie auch bauliche Neuausrichtung, heißt es in der Pressemitteilung weiter. „Hier werden wir uns weiterhin aktiv im internationalen Furnierhandel behaupten. Der gepflegte Maschinenpark wird ab Herbst/Winter in Eigenregie vermarktet“, erklärt der Geschäftsführer.

Ab der neuen Rundholzsaison soll das gekaufte Rundholz in anderen Fertigungsstätten zu Furnier aufgearbeitet werden. Furnier wird als umweltfreundliches Naturprodukt aus extra ausgewählten Bäumen hergestellt. Diese stammen überwiegend aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern. Furnier wird durch Messerschnitt oder Schälen vom zuvor gewässerten oder gekochten Baumstamm abgetrennt. Beim sogenannten Messern oder Schälen entstehen dünne Holzblätter in Stärken von 0,6 bis zu 4 Millimetern.

Diese können in nachfolgenden Schritten auf Trägermaterialien wie Multiplexplatten, Sperrholz, Spanplatten oder MDF-Platten aufgepresst werden. Furniere werden zum Beispiel zu Oberflächen für hochwertige Möbel oder Türen im gesamten gehobenen Innen- und Objektbereich verarbeitet.

Holzgroßhandlung „Westfälisches Holzkontor“ in Münster

Neben dem Havixbecker Standort betreibt das bereits seit fast 90 Jahren existierende Familienunternehmen auch die Holzgroßhandlung „Westfälisches Holzkontor“ in Münster. Diese ist seit 2009 im Gewerbegebiet Münster-Nienberge „Haus Uhlenkotten“ angesiedelt.

Auf dem rund 11.000 Quadratmeter großen Grundstück befinden sich Logistik- und Lagerhallen sowie ein Bürogebäude. „Mit dieser Investition in Münster haben wir vor fünf Jahren den Handel mit Holzprodukten und Holzwerkstoffen erfolgreich ausbauen können“, so Klaus und Heiner Wehmeyer, Geschäftsführer des Gesamtunternehmens, in der Pressemitteilung.

Mit demnächst insgesamt 20 Mitarbeitern inklusive zweier Auszubildender blicken die Brüder Wehmeyer zuversichtlich in das kommende Geschäftsjahr. „Im ersten Halbjahr konnten wir bereits einige Topobjekte realisieren“, so die beiden Geschäftsführer.

(WN)


 


 

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