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  • 11.06.2014, 11:21 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Köpfe der Region

Constanze Wolff: "Ich arbeite niemals mit Standardkonzepten"

Constanze Wolff ist Brandstifterin im positiven Sinne - sie entflammt Marken und Menschen, wie sie selbst sagt. Als Texterin, PR-Beraterin, Coach und Social-Media-Expertin ist sie zwischen Norderney und Zürich unterwegs - immer auf der Suche nach dem roten Faden.

Bei einem Termin in unserer Redaktion hatten wir Gelegenheit, Frau Wolff einige persönliche Fragen zu stellen.

Frau Wolff, sind Sie gebürtig aus Münster?

Nein, ich bin in Bonn geboren.

Sind Sie nur beruflich oder auch privat in Münster ansässig?

Ich wohne und arbeite in Münster bzw. von Münster aus. Kunden habe ich allerdings zwischen Norderney und Zürich. Meistens lernen wir uns erst persönlich kennen, die weitere Kommunikation findet via Telefon, E-Mail, Skype & Co. statt. So gibt es auch einen Kunden, den ich trotz jahrelanger Zusammenarbeit noch nie gesehen habe.

Wenn Sie zugezogen sind: Seit wann wohnen Sie in Münster und was hat Sie damals zu dem Umzug bewogen?

Ich bin 1993 zum Studieren nach Münster gekommen und geblieben.

In welcher Branche sind Sie tätig und seit wann?

Ich mache seit Anfang 2001 ausschließlich Kommunikation – auf nahezu sämtlichen Kanälen – für Einzelpersonen und Unternehmen. Dazu gehört auch die Vorab-Klärung, was überhaupt wie gesagt werden soll – so ist das Coaching zu meinem Portfolio hinzugekommen. Letztlich unterstütze ich Marken und Menschen bei der Positionierung.

Wollten Sie schon immer in dieser Branche arbeiten oder hatten Sie mal einen ganz anderen Berufswunsch?

Als Kind wollte ich Lehrerin werden, während des Studiums wissenschaftliche Bibliothekarin oder Lektorin, später dann Psychotherapeutin. Auch heute noch kann ich mir durchaus andere Berufe für mich vorstellen.

Was machen Sie besser und/oder anders als Ihre Mitbewerber?

Ich arbeite niemals mit Standard-Konzepten. Und ich bin immer auf der Suche nach dem roten Faden – sowohl in einem Unternehmen als auch in einer Persönlichkeit. Denn jeder hat ein Kernthema. Wenn man das gefunden hat, ist man in Sachen Kommunikation meist auf dem richtigen Weg.

Auf der Suche nach diesem roten Faden hinterfrage ich so lange, bis ich etwas wirklich verstanden habe – das kann auch mal ein wenig unangenehm werden. Trotzdem vertrauen Menschen mir schnell, was wohl auch damit zu tun hat, wie wichtig mir Authentizität ist.

Wie behalten Sie einen kühlen Kopf an stressigen Tagen?

Gar nicht, ich bin von Beruf Brandstifterin (lacht). Umso wichtiger ist es mir, nach einem stressigen Tag gezielt runterzufahren.

Welches Ereignis in Ihrer beruflichen Laufbahn wird Ihnen immer in Erinnerung bleiben?

Der Moment, in dem ich mich für meine Selbstständigkeit entschieden habe. Die Zeit war reif und in dem Moment alles denkbar einfach.

Welcher persönliche Gegenstand liegt/steht immer auf Ihrem Schreibtisch? (Die Antwort Handy zählt nicht.)

Ein kleiner Plastik-Elefant. Er steht als Symbol für ein berufliches Ziel und erinnert mich immer daran.

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?

Am liebsten mit Tanzen, Lesen und Freunden.

Kaffee oder Tee?

Kaffee.

Auto oder Fahrrad?

Fahrrad. Ich besitze gar kein Auto.

Kuchen oder Wurstbrot?

Kuchen!

Wo netzwerken Sie?

Bei XING (als Moderatorin des Münster Business Club), Facebook, Twitter, Pinterest und im Texttreff. Der Texttreff ist ein Netzwerk von über 800 Frauen, die beruflich mit Kommunikation zu tun haben - Autorinnen, Werbetexterinnen, Lektorinnen. Alle sind deutschsprachig aktiv, aber das Netzwerk ist weltweit verbreitet.

Was ist Ihr Lieblingsort in der Region und warum?

Mein Lieblings-Kaffeestand auf dem Wochenmarkt. Hier treffe ich mich seit Jahren jeden Samstag mit meinen Freunden.

Was war Ihr größter Erfolg?

Mein größter Erfolg ist es, dass es mich auch nach 14 Jahren als Einzelkämpferin noch am Markt gibt – trotz zweier „Wirtschaftskrisen“. Und dass ich mich auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht korrumpieren lasse/lassen habe. Ich bin meinen Überzeugungen immer treu geblieben.

Beenden Sie diesen Satz: „Wenn ich nicht in Münster wäre, dann wäre ich in …“

… Bonn, Köln oder Berlin.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Ich finde die Vorstellung zu wissen, was in zehn Jahren ist, eher unangenehm. Ich mag keine Autobahn, auf der ich jetzt schon weiß, wo es in 2.000 Kilometern endet. Dazu ist die Branche auch zu schnelllebig.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich möchte gesund und glücklich sein.

Welche Frage würden Sie sich selbst/wollten Sie sich schon immer selbst stellen?

Als berühmt-berüchtigte Hinterfragerin konfrontiere ich auch mich selbst immer mit allen offenen Fragen.

Und was würden Sie auf diese Frage antworten?

Manchmal ist die Frage wichtiger als die Antwort. Der erste Schritt ist, sich einzugestehen, dass es überhaupt eine Frage gibt, dann braucht man nicht immer eine Antwort – oder sie kommt ganz von allein.

Beenden Sie diesen Satz: "Ich gehe morgens nicht aus dem Haus ohne …"

… mein Smartphone.

Vielen Dank für das Interview!

Über die Interview-Reihe "Köpfe der Region"

Mit der Interview-Reihe "Köpfe der Region" stellen wir Ihnen interessante Menschen vor, die auf unterschiedlichste Art und Weise am Wirtschaftsleben in Münster und dem Münsterland teilnehmen. Sie zeigen im Gespräch ihren ganz persönlichen Blick auf die Region.

(Constanze Wolff, Katharina Heidmann)


 


 

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