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  • 15.10.2013, 14:33 Uhr
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  • Münsterland
Interview zur Arbeitswelt 3.0

Arbeitsplatz der Zukunft – Forecast 2025

In naher Zukunft hat der herkömmliche Büroarbeitsplatz zwar nicht ausgedient, doch aktuellen Studien zufolge bahnen sich Veränderungen an. Nur noch rund die Hälfte der Angestellten wird im Jahr 2020 vorwiegend vom Büro aus arbeiten. Immer mehr Beschäftigte in Deutschland werden eine größere Flexibilität am Standort ihres Arbeitgebers nutzen.

Die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Warendorf mbH hat zu diesem Themenkomplex zu einer Informationsveranstaltung eingeladen:

Arbeitsplatz der Zukunft – Forecast 2025 24.10.2013 │ 17.30 Uhr - 19.00 Uhr │sieger design GmbH & Co.KG Schloß Harkorten │48336 Sassenberg

Wir sprachen im Vorfeld der Veranstaltung mit Petra Michalczak-Hülsmann (Geschäftsführerin der gfw) und mit dem Hauptreferenten Mitja Jurecic vom Competence Center Workspace Innovation des Fraunhofer IAO-Institutes Stuttgart.

Warum beschäftigt sich die gfw mit dem Thema „Arbeitsplatz der Zukunft?“

Petra Michalczak-Hülsmann: Unsere Veranstaltungsreihe Arbeitswelt 3.0 bietet für Unternehmen vielfältige Informationen zum Thema Fachkräfte. Insbesondere geht es darum, wie sich Unternehmen aufstellen müssen, um für knapper werdende Fachkräfte interessante Arbeitgeber zu sein. Spannend sind auch Fragen, nach welchen Kriterien sich heute junge Leute für Arbeitsplätze entscheiden und wie diese Arbeitsplätze künftig aussehen werden.

Hat unser klassisches Büro ausgedient, werden unsere Arbeitsplätze zukünftig überall, aber nicht mehr unbedingt am Unternehmenssitz angesiedelt sein?

Mitja Jurecic: Nein, Büroarbeitsplätze am Unternehmensstandort wird es noch weiterhin geben. Aber die Büroarbeit wird in der Tat flexibler und mobiler. Desksharing und non-territoriale Arbeitsformen nehmen zu. Die Menschen in solchen Büros arbeiten an mehreren Orten: am Einzelarbeitsplatz, an der Workbench, im Meetingraum, im Projektraum, am Meeting-Point oder in der Cafeteria und Dank Wireless-LAN, Notebook, Tablets und Smartphone wächst die Arbeit über die Bürogebäude hinaus: Wir arbeiten immer mehr im Auto, in der Bahn am Flughafen und im Cafe.

Wie muss man sich ein gute Work-Life-Balance ohne strikte Trennung von Arbeit und Freizeit vorstellen?

Petra Michalczak-Hülsmann: Jeder ist anders und jeder pflegt seinen eigenen Lebensstil. Daher sollte es in der Zukunft mehr individuelle Freiheit geben als in der Vergangenheit, um Arbeit und Privatleben besser in Einklang zu bringen. Die zeitliche und räumliche Autonomie sind dabei wichtige Stellschrauben, also selbst entscheiden zu können, wo, wann und wie ich meine Aufgaben und Tätigkeiten erledige.

Und die Unternehmen machen da mit? Der Kontrollverlust wäre beträchtlich.

Mitja Jurecic: Das stimmt, Unternehmen haben weniger Kontrolle und gehen sozusagen in Vertrauensvorleistung. Letztendlich hängt sehr viel von der Unternehmenskultur ab. Das „Wir“ wird immer wichtiger. Der Schlüssel zum Erfolg liegt letztendlich in der Zusammenarbeit und in der richtigen Balance zwischen Mitarbeitermotivation, Selbstverwirklichung und die Wirkung in der Organisation.

Wie werden sich die Veränderungen auf die Entlohnungskultur der Beschäftigten auswirken?

Petra Michalczak-Hülsmann: Es wird wichtig gemeinschaftliche Erfolge wertzuschätzen und nicht mehr einzelne Personen hervorzustechen. Des Weiteren steht das Gehalt bei vielen Beschäftigten und Bewerbern schon lange nicht mehr an erster Stelle. Das sollte man vor allem auch beim Thema Mitarbeiterbindung und -gewinnung berücksichtigen. Diverse Studien belegen, dass z. B. die Zufriedenheit mit der Arbeitsumgebung ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des Arbeitgebers ist. D.h. Wohlbefinden, Motivation und Zufriedenheit am Arbeitsplatz rücken zukünftig stärker in den Fokus.

Herr Jurecic, welches zentrale Ergebnis hat die Fraunhoferstudie Forecast 2025 ergeben?

Mitja Jurecic: Die Integration von Arbeit und Freizeit wird sich weiter verbreiten, Personen und Geräte werden sich umfassend vernetzen, Büroarbeit wird sich individueller organisieren und gestalten lassen.

Vielen Dank für das Interview!

(gfw Ges. für wirtschafts.)


 


 

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