Weitere Artikel
  • 06.08.2013, 09:28 Uhr
  • |
  • Münster
Investition in Neubauten

Jede Menge Wohnraum für Studenten

Beim Studentenwerk in Münster herrscht ein regelrechter Bauboom. 85 Millionen Euro wurden in neue Wohnungen investiert. Der doppelte Abitur-Jahrgang und die entsprechend hohe Wohnraum-Nachfrage locken auch private Bauherren. Zur aktuellen Situation befragten wir Achim Wiese, kommissarischer Leiter des Studentenwerks.

Seit 1. August leitet Achim Wiese das Studentenwerk Münster kommissarisch, nachdem der bisherige Geschäftsführer Peter Haßmann seinen Posten überraschend aufgegeben hatte. Wiese (58) ist seit 34 Jahren beim Studentenwerk und seit 1994 stellvertretender Chef. Die Einrichtung verwaltet unter anderem 5.800 Wohnheimplätze und ist für die Mensen verantwortlich. Mit Wiese sprach Redakteur Martin Kalitschke.

Herr Wiese, zum Wintersemester drängt der doppelter Abitur-Jahrgang an die münsterischen Hochschulen. Ist das Studentenwerk mit seinem Wohnheimangebot gerüstet?

Wiese: Drei Großprojekte sind fertiggestellt oder werden in Kürze fertiggestellt sein. Gerade sind die Wohnheime am Horstmarer Landweg fertig geworden, 25 Millionen Euro wurden verbaut. Sogar 40 Millionen Euro investieren wir an der Boeselagerstraße.

Wann werden dort die ersten Studierenden einziehen können?

Wiese: Unser Ziel, die ersten Plätze im Wintersemester bereitzuhalten, werden wir einhalten. Ich denke, dass wir spätestens zum 1. November 256 Plätze anbieten können, die Vermarktung startet vermutlich Ende dieser Woche. Weitere 256 werden zum 1. April oder 1. Mai 2014 folgen – und damit früher als geplant. Unser drittes Großprojekt sind die Wohnheime am Stadtlohnweg und in Steinfurt, hier haben wir 20 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II investiert. Und weitere Projekte sind in der Planung.

Wo denn?

Wiese: An der Corrensstraße werden Sozialwohnungen abgerissen, die Wohn- und Stadtbau plant, 130 Studentenapartments für bis zu 170 Studierende zu errichten, die wir vermarkten wollen. Wir hoffen, dass das Gebäude zum Wintersemester 2014 fertig ist. Eventuell wird die Wohn- und Stadtbau nebenan auch noch eine Kita bauen, die wir betreiben wollen. Das Wohnheim wäre damit auch sehr gut für Studenten mit Kindern geeignet.

Ist die Nachfrage groß?

Wiese: Nach einer aktuellen Untersuchung gibt es rund 3.500 Studierende mit Kindern. Bei unseren anderen Kitas haben wir sehr, sehr lange Wartelisten mit derzeit rund 100 Namen.

Das Studentenwerk arbeitet immer wieder mit privaten Investoren zusammen. Gibt es viele Anfragen?

Wiese: Ja. In letzter Zeit sind 2.000 Wohnheimplätze von privaten Investoren errichtet worden, teils in Kooperation mit uns. Weitere 2.000 Plätze werden voraussichtlich bis 2015 zur Verfügung stehen. Ich bin gespannt, wie es mit diesen Projekten weitergeht, wenn die Studierendenzahlen wieder abnehmen werden.

Was für Projekte sind denn aktuell in Planung?

Wiese: Am Rudolf-Harbig-Weg plant ein Investor, eine Container-Bebauung zu errichten, die nach zehn Jahren wieder abgebaut werden soll. 140 Plätze sollen entstehen, der Bauantrag liegt bei der Stadt, ist aber noch nicht genehmigt worden. Wir hoffen aber immer noch, dass die Anlage zum 1. Oktober 2014 fertig wird.

Sie waren auch mit den Investoren des Wohnheims „Leoland“ im Gespräch, das am Eishallen-Standort entstehen soll.

Wiese: Richtig. Hier sind rund 500 Plätze geplant, die wir vermarkten könnten. Wenn die Preise zu hoch sind, werden wir sie allerdings nicht vermieten. Liegt der Warmendpreis über 400 Euro, dann sind wir raus. Das gilt übrigens für alle Investorenprojekte: Ist der angebotene Wohnraum zu teuer, dann werden wir keine Plätze vermarkten.

Gibt es einen Wohnheim- Renner?

Wiese: Die Warteliste für den Germania-Campus ist riesig, die Anlage ist sehr beliebt.

Wie sieht es mit den Anlagen des Studentenwerks aus?

Wiese: Bei den Damen sind die Wohnheime an der Scharnhorststraße und das Hansa-Haus sehr beliebt. Was nicht mehr so gut läuft, sind Wohngemeinschaften, die sind nur noch schwer vollzukriegen. Die Studenten von heute wollen vor allem citynah wohnen. Je weiter draußen Wohnheimplätze sind, umso schwerer sind zu vermitteln.

Wird es Studenten geben, die zum Semesterstart keine Wohnung haben?

Wiese: Es wird schwierig, für jeden einen Wohnheimplatz zu finden. Aber es gibt einen Plan B, wir sind vorbereitet. So können wir gegebenenfalls schnell Notunterkünfte am Wilhelmskamp bereitstellen. Zudem werden wir ein Auge zudrücken, wenn in den ersten Tagen Studenten bei Kommilitonen im Wohnheim unterkommen.

Unter Brücken wird also niemand schlafen müssen?

Wiese: Auf keinen Fall.

Wie steht es mit der Essensversorgung in den Mensen?

Wiese: Aktuell kaufen wir viele Stühle und Tische, um alle genehmigten Sitzplätze zum Semesterbeginn zur Verfügung zu haben. Das neue Bistro an der Corrensstraße wird in Kürze eingeweiht. Daneben werden wir zum Semesterstart versuchen, To-Go-Punkte einzurichten, an denen man Essen mitnehmen kann. Zudem gibt es ab Oktober mittags im Café Uferlos veganes und vegetarisches Essen, das immer stärker nachgefragt wird, zu Studentenpreisen.

(Martin Kalitschke)


 


 

Achim Wiese
Peter Haßmann
Studenten
Plätze
Wohnheim
Investition
Projekte
Wintersemester
Wohnheimplätze
Wohnraum
Studierende

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Achim Wiese" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: