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  • 16.06.2015, 08:56 Uhr
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  • Münster / Münsterland
IT-Sicherheit

Münsters Behörden und Bildungseinrichtungen sind immer häufiger Ziel von Hacker-Angriffen

Das Computersystem des Bundestages muss komplett neu aufgebaut werden, nachdem Unbekannte zahlreiche Rechner von Abgeordneten mit Schadprogrammen angegriffen und einen Trojaner ins Netzwerk eingeschleust haben, um vertrauliche Daten abzuzweigen. Auch Münsters Stadtverwaltung muss sich jeden Tag gegen Cyber-Attacken von Internet-Kriminellen aus aller Welt wehren - auch wenn die Dimensionen nicht an Berlin heranreichen.

Ähnliches hatte am Wochenende ein Sprecher des Landtages bestätigt. „Wir haben schon jede Menge Trojaner entdeckt. Dahinter stecken keine Spaßvögel, sondern Profis mit einer kriminellen Energie“, sagt Stefan Schoenfelder, Leiter der Citeq, Münsters städtischem IT-Dienstleister für Kommunen und öffentliche Verwaltungen.

Gut 15.000 Computer betreut das städtische Tochterunternehmen, auch für andere Städte. Bei der Stadt Münster sind es 4.200 Rechner, weitere 3.000 an Schulen. 10.000 potenziell schädliche Mails hätten im Jahr 2013 die Verwaltung erreicht. „Die Zahl hat deutlich zugenommen, bestimmt um die Hälfte“, sagt Schoenfelder. Eine Handvoll Mails sei 2013 trotz der Sicherheitsstandards zu den Anwendern durchgekommen. So hackte sich jemand aus Südafrika auf der Homepage der Musikschule ein und änderte die Kontonummer, um Überweisungen abzuzweigen. Der Betrug wurde rechtzeitig erkannt und die Seite gesäubert, sodass für Dritte kein Schaden entstand.

Tausende virtuelle Angriffe im Jahr bestätigt die Bezirksregierung Münster, die 1.300 Computer unterhält. In den vergangenen beiden Jahren sei die Sicherheitsinfrastruktur erweitert und deutlich effektiver geworden. „Wir werden sehr gerne angegriffen“, sagt Pressesprecherin Ulla Lütkehermölle.

Hacker hatten im vergangenen Jahr die Mailing-Listen der Fachhochschule geknackt und konnten so Briefe im Namen von FH-Präsidentin Prof. Dr. Ute von Lojewski an alle Studierenden verschicken. Der Server musste komplett stillgelegt werden. „Die Lücke ist erkannt worden. Heute sind Moderatoren zwischengeschaltet und prüfen die Mails“, sagt FH-Pressesprecherin Katharina Kipp.

(Ralf Repöhler, WN)


 


 

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