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  • 29.05.2015, 11:51 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Johannes Röring

Wiederwahl der Spitze des westfälischen Bauernverbandes

Johannes Röring wirkt ein wenig ratlos, seine Arme heben sich in die Luft, fallen dann wieder auf den Tisch. „Ich betone gern noch einmal unsere Bereitschaft zur Kommunikation und zu Veränderungen“, sagt der westfälische Bauernpräsident wenige Minuten nach seiner Wiederwahl auf Gut Havichhorst in Münster. „Aber wir akzeptieren nicht, dass man uns die wirtschaftliche Existenz nimmt. Niemals.“

An die wirtschaftliche Existenz rührt nach Meinung von Röring aktuell Johannes Remmel (Grüne). Getragen von einem Entschließungsantrag von SPD und Grünen im Landtag will der NRW-Landwirtschaftsminister jetzt eine gesetzliche Verschärfung des Umwelt- und Tierrechts durchsetzen. Geplant ist dafür unter anderem eine vage formulierte „Bundesratsinitiative für umwelt- und tierschutzgerechte Haltungsformen“, die eine Verschärfung der Nutztierhaltungsverordnung und eine Einbeziehung des Antibiotika-Einsatzes unter die Dokumentationspflicht des Arzneimittelgesetzes vorsieht. „Wir erwarten, dass die Landesregierung auf eine Verschärfung des Ordnungsrechtes verzichtet und Eigeninitiativen der Landwirte unterstützt.“

Man habe schon bewiesen, dass man zu Veränderungen bereit sei, auch in Kenntnis des Vorhabens, die „teilweise geschwundene gesellschaftliche Akzeptanz für moderne Landwirtschaft – vor allem der Nutztierhaltung – wieder neu zu gewinnen. „Angst und Mistrauen gegenüber unserer heutigen Landwirtschaft ist heute leider bei zu vielen Menschen in unserer Gesellschaft Realität. Nur durch Transparenz und eigene Initiativen kann dieses Vertrauen wieder gewonnen werden.“

Landwirte, die artgerechte Standards dauerhaft erfüllen, erhalten eine Ausgleichszahlung aus dem Fonds

Dass dies gelingen kann, zeigt der Erfolg der Anfang des Jahres gestarteten „Initiative Tierwohl“. Im Rahmen dieses bundesweit einmaligen Projekts haben Lebensmitteleinzelhandel, Fleischwirtschaft und Landwirtschaft 85 Millionen Euro in einem Fonds eingezahlt. Der Verbraucher kann sich entscheiden, ob er für eine verbesserte Haltung der Tiere auch etwas mehr für seine gekauften Produkte zahlen will. Landwirte, die bei der Haltung der Tiere besondere artgerechte Standards dauerhaft erfüllen, erhalten aus dem Fonds dann eine Ausgleichszahlung für ihre Produkte.

„Unsere Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Es zeigt, dass die Landwirte sofort bereit sind, dabei mitzumachen, wenn man sie unterstützt“, zieht Röring ein erstes positives Fazit. Insgesamt haben sich 4653 Landwirte mit rund 25 Millionen Tieren registrieren lassen. Doch das Geld aus dem Fonds reicht nur für elf Millionen Tiere.

Grund genug für den WLV, mehr Geld für den Fonds einzufordern. Bisher haben viele Lebensmittelhändler schon Geld eingezahlt, doch einige „Big Player“ sind noch nicht bereit mitzumachen. „Gerade in der Systemgastronomie hoffen wir schon, dass sich zum Beispiel Ketten wie Mc Donalds oder auch Ikea noch beteiligen.“

(Frank Polke, WN)


 


 

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