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  • 26.09.2013, 11:00 Uhr
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  • Münster / Berlin
Kaffee-Kunst

Erna Tosberg aus Münster ist „Deutsche Barista-Meisterin 2013“

Ihr allererster Kaffee, das war als Kind, „und ich hatte danach Kaffeesatz im Mund“, erinnert sich Erna Tosberg und lacht. Trotzdem fand sie das Getränk sofort spannend. Heute ist Kaffee ihr Beruf und ihre Leidenschaft zugleich.

Die 29-Jährige arbeitet seit fünf Jahren als Barista in der Roestbar und seit November in der Kaffeeschule am Bohlweg, und seit einer Woche ist es offiziell: Erna Tosberg macht den besten Kaffee in ganz Deutschland. In Berlin wurde sie „Deutsche Barista-Meisterin 2013“.

Bei der Meisterschaft hatte jeder Barista 15 Minuten an der Espressomaschine. In dieser Zeit erzählte Erna Tosberg der Jury etwas über die mitgebrachten Bohnen, serviert vier Espressi, vier Cappuccini und am Ende eine Eigenkreation auf Espresso-Basis.

Es kam auf jedes Detail an: Geschmack, Arbeitstechnik, Präsentation. Der Workflow musste stimmen, die Bewegungen mussten flüssig sein. Wie bei einer Choreographie. „Nichts durfte schief gehen“, sagt Erna Tosberg. Der Siegerpokal steht jetzt in der Kaffeeschule in Münster: eine vergoldete Tasse.

Natürlich trinkt Erna Tosberg auch selbst gern Kaffee. Am liebsten per Hand aufgegossen, gerne auch mal einen Espresso oder Cappuccino. „Ich bin aber kein Kaffee-Junkie, der zehn Tassen am Tag braucht.“ Kaffee ist für Erna Tosberg ein Genussmittel wie für andere ein Glas Wein. Wenn sie sich zu Hause einen Kaffee macht, macht die 29-Jährige eine kleine Zeremonie daraus. Mahlt die Bohnen, brüht den Kaffee per Hand auf, mit Wasser, das möglichst genau 93 Grad heiß sein soll.

Guter Kaffee hat mehr als 1.000 Aromen

Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen, mehr als 150 Liter trinkt jeder Einwohner pro Kopf und Jahr im Durchschnitt. Doch die meisten wissen wenig darüber. „Für viele ist Kaffee einfach nur heiß, schwarz, bitter und macht wach. Aber guter Kaffee kann viel mehr, hat 1.000 Aromen“, sagt die Barista.

Sie beobachtet, dass sich immer mehr Menschen auch dafür interessieren, welche Bohnen sie vor sich in der Tasse haben. Verdammt viele Menschen seien jedoch noch bereit, schlechten Kaffee zu trinken, dafür mit jeder Menge Milch und Zucker. Zu Uni-Zeiten sei es bei ihr nicht anders gewesen, gibt Erna Tosberg zu. Bei gutem Kaffee brauche man aber weder das eine noch das andere, sagt sie.

Zum Feinschmecker wurde die Münsteranerin während des Studiums in Italien, wo ein guter Espresso einfach dazugehört. Der Kaffee ist es auch, der Erna Tosberg demnächst wieder dorthin führt: im Sommer 2014 zur Barista-Weltmeisterschaft nach Rimini.

(Sandra Peter)


 


 

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