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  • 02.02.2015, 09:18 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Kampf für legales Glücksspiel

Westlotto fordert konsequenteres Vorgehen gegen dubiose Sportwetten-Anbieter

Westlotto schlägt Alarm: „Rund 10 000 Menschen bewegen sich in Nordrhein-Westfalen permanent im illegalen oder grauen Glücksspielmarkt“, zitierte Geschäftsführer Andreas Kötter am Freitag eine Feldstudie des Arbeitskreises gegen Spielsucht, die von Westlotto in Auftrag gegeben worden war.

Kötter stellte die Motivation des münsterischen Unternehmens auf diesem Sektor klar: „Wir haben den Auftrag, die Menschen aus illegalen in legale Angebote zu locken.“

Das gelingt auf dem Sportwettenmarkt bisher kaum. Mit dem eigenen Produkt „Oddset“ erreiche Westlotto bislang lediglich einen Marktanteil von vier bis fünf Prozent, räumte Geschäftsführer Theodor Goßner ein. Allerdings sei der Abwärtstrend bei Oddset gestoppt, der Umsatz im vergangenen Jahr um 20 Prozent gewachsen, berichtete Goßner. Gegen die Konkurrenten mit grauen oder illegalen Produkten könne Westlotto sich nicht behaupten, weil das Unternehmen im Gegensatz zu den dubiosen Anbietern strenge Regulierungsbedingungen erfüllen müsse.

Glücksspielstaatsvertrag

Grund für die Unruhe im Markt ist der 2012 in Kraft getretene Glücksspielstaatsvertrag, der den Sportwettenmarkt geöffnet hat. Goßner kritisiert vor allem, dass die zuständigen Ordnungsämter noch nicht einmal gegen bestimmte, offensichtlich verbotene, Arten von Live-Wetten vorgehen. „Ich bin da auch nicht optimistisch, dass sich da künftig etwas ändert“, zeigte sich der Westlotto-Geschäftsführer resigniert. Die rechtliche Verunsicherung sei aktuell zu groß.

Der Autor der Sportwetten-Studie, Jürgen Trümper, zeigte am Freitag die weite Verbreitung illegaler Sportwetten-Angebote auf. „Selbst in Kiosken gibt es solchen Einrichtungen.“ Die Kunden des illegalen Glücksspielmarkts seien zu über 98 Prozent männlich und hätten zu 86 Prozent einen Migrationshintergrund, beschrieb Trümper die Klientel dieses Gewerbes.

Umsatz schrumpft leicht

Doch für Westlotto sind Sportwetten nur ein kleiner Teil des Geschäfts: Mehr als 58 Prozent des Umsatzes werden mit „Lotto 6 aus 49“, weitere 21 Prozent mit „Spiel 77“ und „Super 6“ erwirtschaftet.

Weil es beim „Lotto 6 aus 49“ bereits seit dem Frühjahr 2014 keinen üppigen Jackpot gegeben habe, sei der Umsatz mit diesem Produkt im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent auf unter 928 Millionen geschrumpft, hieß es – mit entsprechenden Folgen für den Gesamtumsatz: Der sank um 1,5 Prozent auf 1,64 Milliarden.

(Jürgen Stilling, WN)


 


 

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