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  • 09.07.2014, 10:40 Uhr
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  • Münster
Karstadt

Die Belegschaft kommt nicht zur Ruhe

Eva-Lotta Sjöstedt an der Spitze der Warenhauskette Karstadt war für die Beschäftigten auch in Münster ein Strohhalm. Viele glaubten, dass es jetzt wieder nach vorne geht, sagt der Vorsitzende des Betriebsrates in Münster, Peter Frohwerk. Dass sich die Schwedin nach fünf Monaten verabschiedet, kam darum auch für die Beschäftigten im Haus in Münster sehr plötzlich.

Die Karstadt-Belegschaft kommt nicht zur Ruhe. Dass Eva-Lotta Sjöstedt den Konzern nach knapp fünf Monaten schon wieder verlässt, kam für die Beschäftigten im Karstadt-Haus in Münster überraschend. Die Schwedin an der Spitze der Warenhauskette war für viele Mitarbeiter ein Strohhalm. Peter Frohwerk, Vorsitzender des Betriebsrates im Haus in Münster, sprach von einer Aufbruchstimmung, die mit Sjöstedt spürbar geworden sei. „Sie war jederzeit ansprechbar“, sagt Frohwerk. Viele Mitarbeiter im Haus glaubten, jetzt geht es nach vorne, alle packten mit an.“ Die Nachricht am Montag, dass Eva-Lotta Sjöstedt geht, ist darum für die Beschäftigten auch in Münster ein herber Schlag. Die Stimmung schwankt zwischen Resignation und der Meinung, dass es vielleicht doch wieder gut gehen möge.

Erneut kommt innerhalb der Belegschaft Unruhe auf, die nach Angaben des Betriebsratsvorsitzenden seit etwa zehn Jahren besteht. Groß war die Hoffnung nach den vielen personellen Veränderungen an der Spitze des Konzerns, dass jetzt Ruhe einkehrt. „Da hätte niemand mit gerechnet“, so Frohwerk. Er selbst ist seit Jahrzehnten bei Karstadt beschäftigt, lange im Betriebsrat und ein „Urgestein“ im Unternehmen. Doch selbst Peter Frohwerk fällt es nach eigenen Angaben schwer, die vielen personellen Veränderungen in den vergangenen Jahren noch nachzuvollziehen. „Wir haben in acht bis zehn Jahren so viele Personen gehabt“, sagt der Vorsitzende. Eine Menge sei gekommen und gegangen, blickt er zurück.

Die Beschäftigten stellen die Frage: Wie geht es weiter?

Die Belegschaft trug während der unruhigen Zeiten immer wieder mit Zugeständnissen finanzieller und zeitlicher Art dazu bei, dass das Geschäft weitergehen kann. Jetzt stellen sich die Beschäftigten die Frage: Wie geht es weiter? Welches Konzept soll greifen? Peter Frohwerk selber hatte das Gefühl, dass mit der Schwedin jemand kommt, der mit seiner Denke und seinem regionalen Konzept passen könnte. „All dies greift jetzt nicht.“ Die Mitarbeiter wüssten jetzt nicht, wohin die Reise geht. „Wir müssen abwarten, was jetzt kommt.“ Er könne sich nicht vorstellen, sagt der Betriebsratsvorsitzende in Münster, dass jetzt jemand wie Phönix aus der Asche aufsteigen wird.

Insgesamt sind im Karstadt-Warenhaus in Münster rund 200 Frauen und Männer beschäftigt. Mit der Belegschaft vom Sporthaus und der Gastronomie summiert sich die Beschäftigtenzahl in Münster auf etwa 300 Mitarbeiter. Eine große Gefahr sieht Peter Frohwerk für die Warenhauskette, dass aufgrund von Stimmungsmache und Vermutungen ein Schaden entstehen könnte. Er hat Bedenken und weiß nicht, wie das Ruder jetzt erneut herumgerissen werden kann.

(WN)


 


 

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