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  • 19.08.2015, 09:20 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Kernsanierung bei Sinn-Leffers

Umbau und Neubau des Modehauses sollen zwei Jahr dauern

Der angekündigte Umbau des Modehauses Sinn-Leffers an der Salzstraße in Münster nimmt Formen an. Die Redevco als Immobilieneigentümerin hat den Bauantrag bereits eingereicht. Mit den Planungen und Vorbereitungen wurde das Büro Pfeiffer, Ellermann, Preckel in Münster beauftragt.

Sobald das Modehaus Ende Februar seine Flächen freigezogen hat und die Baugenehmigung vorliegt, soll nach Angaben von Redevco mit den „Revitalisierungsarbeiten“ begonnen werden.

Nachbarn von Sinn-Leffers sind irritiert, weil sie bisher von den Immobilieneigentümern Redevco nicht über das Projekt informiert worden seien. Angst geht bei manchen um, dass ihre Existenz aufgrund der zu erwartenden Baustelle gefährdet sein könnte. Dazu Redevco: „Die Baumaßnahme wird unter größtmöglicher Rücksichtnahme auf alle Beteiligten durchgeführt.“ Andere Stimmen in Münster bezweifeln, ob Sinn-Leffers anschließend in das Haus zurückkehren wird.

Knapp zwei Jahre sollen der Umbau und Neubau dauern. Beginn ist Ende Februar 2016. Dann schlüpft das Textilunternehmen bei der Volksbank Münster unter – auf einer Fläche, die wesentlich kleiner ist, als die bisherige. Für die Belegschaft bedeutet dieser Umzug , dass von derzeit rund 100 Beschäftigten nicht mehr sehr viele Mitarbeiter für den Verkauf benötigt werden.

Ohnehin, sagt die Betriebsratsvorsitzende Annegret Schüring, liefen bis zum Umzug die befristeten Verträge von rund 40 Mitarbeitern aus. Von den verbleibenden 50 Mitarbeitern im Verkauf seien viele langjährig bei Sinn-Leffers beschäftigt. Es gab Zeiten, erinnert sich die Betriebsratsvorsitzende, da arbeiteten bei Sinn-Leffers in Münster rund 480 Menschen.

Sozialplan für die Belegschaft

Ein Sozialplan für die Belegschaft liege schon seit dem Jahr 2005 vor. Damals war die Insolvenz ein großes Thema im Modehaus. Über den Interessensausgleich für die Belegschaft werde gerade zwischen dem Betriebsrat und der Geschäftsführung verhandelt, sagt die Vorsitzende des Betriebsrates in Münster. Annegret Schüring ist gleichzeitig auch Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates. Erst im vergangenen Jahr hatte sie mit dem Wechsel der Sinn-Leffers-Verwaltung von Hagen nach Nürnberg zu tun. Jetzt geht es um ihr „Heimathaus“, in dem sie seit 31 Jahren beschäftigt ist.

Die Betriebsratsvorsitzende ist überzeugt, dass Sinn-Leffers nach der Modernisierung wieder in die Immobilie zurückkehren wird. Auch liege dem Unternehmen viel an der Belegschaft. Diese aber während der zweijährigen Bauphase weiter zu beschäftigen, „das kriegen wir nicht hin“. Annegret Schüring rät darum ihren Kollegen, sich im Handel umzusehen. „Zurückrudern geht immer“, sagt sie. Gekündigt worden sei bisher keinem Mitarbeiter. Ihrer Meinung nach habe auch der Eigentümer der Immobilie großes Interesse daran, dass das Modehaus bleibt. Derzeit gebe es dort aber tatsächlich einen Investitionsstau. Redevco selbst betont: „Es handelt sich um eine Kernsanierung. Der tragende Bestand und die denkmalgeschützte Fassade bleiben erhalten.“

Ankermieter Sinn-Leffers will in Münster bleiben

Im Unternehmen Sinn-Leffers heißt es, dass ein gültiger Mietvertrag vorliegen würde. Es gebe eine hohe Ernsthaftigkeit in Münster zu bleiben. Nicht ohne Grund würden sie den Umzug vornehmen.

Matthias Lückertz von der Kaufmannschaft Salzstraße bezeichnet das Modehaus als qualitätsvollen Ankermieter auf der Straße und als Anziehungspunkt für das gesamte Viertel. Er würde sich freuen, so Lückertz, wenn das Unternehmen zurückkehrt und die Salzstraße wieder mit Volldampf verstärken würde.

(WN)


 


 

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