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  • 24.06.2014, 08:50 Uhr
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  • Münster
Köpfe der Region

Dr. Arnold Kitzmann: "Unternehmen können gut ausgebildete, junge Mitarbeiter durch Weiterbildung an sich binden"

Dr. Arnold Kitzmann ist Inhaber des gleichnamigen Management-Instituts in Münster. Das Institut wendet sich an Führungskräfte aus Wirtschaft und Verwaltung und begleitet diese seit über 40 Jahren bei ihrer Weiterentwicklung. Auch die Kinder von Herrn Dr. Kitzmann, Frau Dr. Jana Völkel-Kitzmann und Herr Dr. Gunnar Kitzmann, sind als Geschäftsführer im Institut tätig.

Sind Sie gebürtig aus Münster?

Meine Kinder sind hier geboren. Ich bin seit 40 Jahren in Münster, aber nicht hier geboren.

Sind Sie nur beruflich oder auch privat in Münster ansässig?

Sowohl beruflich als auch privat.

Wenn Sie zugezogen sind: Seit wann wohnen Sie in Münster und was hat Sie damals zu dem Umzug bewogen?

Ich bin für das Studium der Psychologie nach Münster gekommen.

Was ist das Besondere an Münster?

Zunächst einmal der Einfluss der Universität auf das Leben in der Stadt. Außerdem wird in Münster mit den zahlreichen Museen viel Kultur geboten. Die Stadt ist gut strukturiert, überschaubar und nicht so hektisch. Die vielen Grünflachen und der Aasee sind ideale Plätze für Sport, Freizeit und Erholung.

In welcher Branche sind Sie tätig und seit wann?

Ich bin ausgebildeter Psychologe. In den ersten zehn Jahren nach dem Studium war ich psychologisch beratend tätig. Parallel habe ich schon das Institut aufgebaut. In diesem Institut unterstützen und beraten wir seit über 40 Jahren Führungskräfte bei ihrer Weiterentwicklung.

Wollten Sie schon immer in dieser Branche arbeiten oder hatten Sie mal einen ganz anderen Berufswunsch?

Zu Anfang wollte ich Lehrer werden. Dann hat mich Professor Wolfgang Metzger, eine Koryphäe auf dem Gebiet der Psychologie, für die Psychologie begeistert und ich bin zum Studieren nach Münster gekommen. Im Institut ist die Pädagogik dann auch Teil meiner Arbeit geworden.

Was machen Sie besser und/oder anders als Ihre Mitbewerber?

Unsere Seminare sind sehr praxisorientiert und wir stellen uns zu 100 Prozent auf unsere Kunden ein. Durch Feedback, das wir von den Kunden bekommen, können wir unserer Seminare kontinuierlich anpassen. Außerdem legen wir großen Wert darauf, dass alle unsere Trainer eine akademische Ausbildung haben. Sie sind Pädagogen, Psychologen und Kaufleute. Dadurch entsteht eine gute Mischung des Teams, wir können uns beraten und ergänzen. Die Interaktion mit den Teilnehmern steht im Mittelpunkt. Es werden Fälle aus der Praxis besprochen und behandelt. So fällt die spätere Vorgehensweise im Berufsalltag leichter. Des Weiteren sind wir zertifiziert und wir reflektieren die Praxis durch Fachbeiträge, Vorträge und Bücher.

Wie behalten Sie einen kühlen Kopf an stressigen Tagen?

Mit Sport. Ich gehe um den Aasee, jogge, spiele Volleyball oder fahre Rad.

Wie beurteilen Sie die Zukunft Ihrer Branche in der Region?

Extrem positiv, weil ich glaube, dass Weiterbildung immer wichtiger wird. Die Ansprüche steigen, das sind Hilfe, Unterstützung und Anregungen gefragt. Außerdem können Unternehmen gut ausgebildete, junge Mitarbeiter durch Weiterbildung an sich binden.

Welches Ereignis in Ihrer beruflichen Laufbahn wird Ihnen immer in Erinnerung bleiben?

Das ist ein Seminarerlebnis. Nach einem Seminar haben mir die Teilnehmer Blumen geschenkt, weil es Ihnen so gefallen hat und sie sehr viel mitnehmen konnten. Es ist das schönste Feedback, wenn man bei den Teilnehmern sieht, dass da was in Gang gekommen ist.

Wie beurteilen Sie Münster/das Münsterland als Wirtschaftsstandort?

Sehr positiv. Es gibt die Universität und viele mittelständische Unternehmen. Im Allgemeinen sind die Menschen sehr aufgeschlossen was Weiterbildungsmaßnahmen angeht und offen den geistigen Dingen gegenüber. Das hat einen guten Einfluss auf die Stadt und auf die Kultur.

Welcher persönliche Gegenstand liegt/steht immer auf Ihrem Schreibtisch? (Antwort Handy zählt nicht)

Ein Foto der Familie.

Vervollständigen Sie diesen Satz: "Der typische Münsterländer ist …"

… gelassen.

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?

Ich gehe joggen, spiele Volleyball und ich male.

Kaffee oder Tee?

Mehr Kaffee, aber ich trinke beides.

Auto oder Fahrrad?

Meistens das Fahrrad, das ist in der Stadt zeitsparender. Ich lehne das Auto aber nicht ab.

Kuchen oder Wurstbrot?

Kuchen

Wo netzwerken Sie?

Ich bin Mitglied im Marketingclub, im BVMW, im Wirtschaftsrat und im Berufsverband Deutscher Psychologen. Außerdem auf XING.

Was ist Ihr Lieblingsort in der Region und warum?

Der Aasee und Gimbte, weil man dort sehr schön spazieren gehen kann.

Sehen Sie sich als Unternehmer seitens der Politik ausreichend unterstützt? Wenn nicht, wo besteht noch Handlungsbedarf?

Die Politik muss Start-up´s noch mehr fördern. Außerdem muss der Digitalisierungsprozess mehr gefördert werden und es müssen Strukturen dafür geschaffen werden.

Was war Ihr größter Erfolg?

Mein größter Erfolg ist, dass ich meine Kinder motivieren konnte ins Unternehmen zu kommen und dass dieses somit weitergeführt wird. Außerdem das Bestehen am Markt seit über 40 Jahren und die Entwicklung. Wir haben neben Münster Standorte in Hamburg und München, im nächsten Jahr soll einer in Berlin hinzukommen. Jedes neue Seminar ist ein Erfolg. Und die vier Bücher, die ich geschrieben habe. In dieser Zeit konnte ich viele Dinge reflektieren und hinterfragen.

Beenden Sie diesen Satz: „Wenn ich nicht in Münster wäre, dann wäre ich in/am…“

…am Mittelmeer.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Ich möchte weiterhin als Autor tätig sein, meine Kinder unterstützen und unsere Filialen weiter ausbauen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Frieden in Europa und ein vereintes Europa. Das ist wichtig, weil es die Menschen zusammenführt und Vorurteile abbaut. Ich bin überzeugt, dass Europa das schaffen kann.

Welche Frage würden Sie sich selbst/wollten Sie sich schon immer selbst stellen?

Wie kann man Praxis und Wissenschaft noch näher zusammenbringen?

Und was würden Sie auf diese Frage antworten?

Beide Seiten, Theorie und Praxis, müssten noch mehr aufeinander eingehen.

Wenn Sie einen Tag lang die Fäden der Stadt ziehen dürften, welche für Sie längst überfällige Entscheidung würden Sie umsetzen?

Ich würde noch mehr Radwege schaffen.

Beenden Sie diesen Satz: "Ich gehe morgens nicht aus dem Haus ohne …"

… meiner Frau einen schönen Tag zu wünschen.

Vielen Dank für das Interview.

Über die Interview-Reihe "Köpfe der Region"

Mit der Interview-Reihe "Köpfe der Region" stellen wir Ihnen interessante Menschen vor, die auf unterschiedlichste Art und Weise am Wirtschaftsleben in Münster und dem Münsterland teilnehmen. Sie zeigen im Gespräch ihren ganz persönlichen Blick auf die Region.

(Katharina Heidmann)


 


 

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