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  • 26.02.2015, 14:22 Uhr
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  • Münster / München
Konfliktkultur

Fehler der Chefs sind in den meisten Unternehmen noch immer ein Tabuthema

In zwei von drei Unternehmen wird über die Fehler von Vorgesetzten in den meisten Fällen der Mantel des Schweigens gelegt. In jeder vierten Firma sind die Missgriffe der Chefs sogar ein absolutes Tabuthema. In deutschen Betrieben wird damit offener über familiäre oder gesundheitliche Probleme geredet als über die Fehlleistungen der Führungskräfte.

Das sind Ergebnisse der Studie "Einfluss des HR-Managements auf den Unternehmenserfolg" der Personalberatung Rochus Mummert. Dazu wurden HR-Führungskräfte sowie 1.000 Arbeitnehmer befragt.

"Da sich die meisten Konflikte in Unternehmen an Fehlern entzünden, muss es erlaubt sein, auch die der Chefs zu thematisieren", sagt Dr. Hans Schlipat, Studienleiter und Managing Partner der Rochus-Mummert-Gruppe. "Am besten von den Top-Führungskräften selbst. Denn das Schaffen einer offenen und konstruktiven Konfliktkultur funktioniert nur, wenn es von ganz oben vorgelebt wird", so Schlipat weiter. Laut der aktuellen Rochus-Mummert-Studie haben die Vorstandsvorsitzenden oder Vorsitzenden der Geschäftsführung den mit deutlichem Abstand größten Einfluss auf die Leitkultur ihres Unternehmens.

Wie die Studie weiter zeigt, wird in deutschen Büros und Werkhallen nur noch über das Thema Gehalt weniger offen gesprochen: Drei von vier Arbeitnehmern sagen, dass der Lohnzettel in ihrem Arbeitsalltag ein Tabuthema ist. Über familiäre und gesundheitliche Probleme kann hingegen immerhin in rund 40 Prozent der Firmen ohne Angst vor Sanktionen kommuniziert werden.

"Die Vorbildfunktion der obersten Führungsebene ist essentiell, um einen kulturellen Wandel in einem Unternehmen zu bewirken", sagt Personalberater Schlipat. Unternehmen, den dieser Wandel gelingt, profitieren zudem auch wirtschaftlich. So zeichnen sich laut Rochus-Mummert-Studie ertragsstarke Unternehmen dadurch aus, dass Konflikte nicht tabuisiert und gemeinsame Überzeugungen durchgängig in allen Hierarchien gelebt werden. "Die auf diese Art ausgedrückte Wertschätzung durch Vorgesetzte ist über alle Hierarchien hinweg der größte Motivator - und dazu noch völlig kostenlos", so Rochus-Mummert-Partner Schlipat.

Die Studie und das PIPS-Modell

Analog zum PIMS-Ansatz der Harvard Business School werden im PIPS-Modell (Profit Impact of Personnel Strategies) von Rochus Mummert die Einflüsse des HR-Managements auf die personalwirtschaftlichen Vorsteuergrößen systematisch wie nie zuvor betrachtet. Das zusammen mit Prof. Dr. Michael Martin von der Hochschule Rhein Main entwickelte PIPS-Modell umfasst dabei reine Performance-Werte genauso wie Analysen zur Führungs- und Leistungskultur. Die Studie "Einfluss des HR-Managements auf den Unternehmenserfolg" basiert auf den Ergebnissen des ständig wachsenden HR-Panels von Rochus Mummert, das eigens für das PIPS-Projekt aufgebaut wurde. Derzeit berichten in regelmäßigen teilstrukturierten Befragungen rund 70 HR-Führungskräfte aus meist größeren mittelständischen Unternehmen.

(ots / Rochus Mummert)


 


 

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