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  • 10.06.2013, 11:30 Uhr
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  • Münster
Kostengünstige Tempo-Bremsen

20 Jahre Freiburger Kegel in Münster

Schon im Jahr 1993 wurden in Münster die ersten Freiburger Kegel auf der Mecklenbecker Straße aufgestellt. Verkehrsplaner Stephan Böhme war es, der sie in Münster etablierte.

An die Skepsis, die es vor zwei Jahrzehnten innerhalb der Verwaltung in Hinblick auf die so genannten Freiburger Kegel gab, erinnert sich Stephan Böhme noch ganz genau. „Eine Kollegin hat beispielsweise gefragt, ob wir jetzt im Straßenraum Halma spielen wollen.“ Doch allen Bedenken zum Trotz: Die sperrigen Kegel, die am Eingang von „Tempo 30“-Zonen für eine Verminderung der Fahrzeuggeschwindigkeit sorgen sollen, haben sich in der Stadt Münster mit großem Erfolg durchgesetzt. Das ist in erster Linie Böhmes Verdienst.

Als der Fachmann vom Amt für Stadtentwicklung, Stadt- und Verkehrsplanung im Jahre 1992 von Dortmund nach Münster wechselte, ging es hierzulande darum, das damals ganz neue städtische „Tempo 30“-Zonen-Konzept sukzessive in die Tat umzusetzen. Das entpuppte sich letztendlich als ausgesprochen kostspieliges Unterfangen. Zu dieser Zeit sei es üblich gewesen, zur Einrichtung der Zonen Umbauten wie zum Beispiel Fahrbahnverschwenkungen oder die Anlage von Bordsteinnasen vorzunehmen. Das habe viel Geld verschlungen, sagt Böhme.

Kostengünstig und wenig Aufwand

Hinzu kam, dass für sämtliche Umbaumaßnahmen Förderanträge beim Land gestellt werden mussten. „Das hat meist relativ lang gedauert.“ Da es von Seiten der Politik Interesse gab, den münsterischen „Tempo 30“-Zonen möglichst zügig zur Existenz zu verhelfen, kam Böhme die Idee, diese kostengünstig und mit relativ wenig Aufwand mit Freiburger Kegeln einzurichten. Das kannte er aus der Breisgau-Metropole, in der er seine Jugend verbracht hatte.

Böhmes Idee sollte durchschlagenden Erfolg haben. Nachdem im Dialog mit der Landesregierung bürokratische Hemmnisse aus dem Weg geräumt worden waren, und es auch innerhalb von Verwaltung und Politik Konsens im Hinblick auf die Aufstellung der Kegel gab, reichte die Bewilligung eines Förderantrags über 1,2 Millionen D-Mark, um das komplette etwa 130 Zonen umfassende „Tempo 30“-Zonen-Konzept mit verhältnismäßig geringem Finanzaufwand Zug um Zug in die Tat umzusetzen. „Das dauerte allerdings“, so der Verkehrsplaner, „bis Ende der 90er Jahre.“

275 Freibruger Kegel im Stadtgebiet Münster

Böhme hatte 1993 mit Hilfe des Tiefbauamts zehn jeweils 550 Kilo schwere Betonkörper per Lkw aus Freiburg kommen lassen. Die dortigen Kollegen hatten den münsterischen Verkehrsplanern erlaubt, die von ihnen entwickelten Kegel als zweite Stadt im Bundesgebiet in Münster zu nutzen. 500 D-Mark kostete ein Freiburger Kegel Anfang der 90er Jahre. Heute schlägt die Aufstellung eines Exemplars, das mittlerweile in einem hiesigen Betonwerk gegossen wird, nebst dazugehöriger Warnbarke und Markierungsarbeiten mit etwa 700 Euro zu Buche. 275 Kegel gibt es mittlerweile in den „Tempo 30“-Zonen im Stadtgebiet.

Aus Sicht des Stadtplaners haben die Betonkegel nicht nur den Vorteil, kostengünstig zu sein. Sie seien auch flexibel einsetzbar, könnten dank speziellen Innengewindes schnell versetzt werden.

Sie nach Münster zu holen, sei damals nicht leicht gewesen: „Das hat Überzeugungsarbeit gekostet, denn anfangs gab es beim ein oder anderen Beteiligten gestalterische Bedenken.“ Mittlerweile sei jedoch klar, dass die Aufstellung der Kegel zu einem grundlegenden Erfolg geworden sei, ist sich Stephan Böhme sicher.

(Thomas Schubert)


 


 

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