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  • 18.07.2014, 14:22 Uhr
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  • Münster
Kraftstoff E85

Westfalen AG möchte den alternativen Kraftstoff nicht mehr anbieten

Ausgerechnet am Stammsitz der Westfalen AG in Münster möchte das Unternehmen jetzt keinen alternativen Kraftstoff E 85 mehr anbieten. Die einzige Zapfsäule dafür an der Tankstelle der Westfalen AG an der Weseler Straße wird umgerüstet.

Joachim Glandorf war überrascht, als er kürzlich an seiner Stamm-Tankstelle an der Weseler Straße in Münster vorfuhr. Auf einem Plakat wurde ihm mitgeteilt, dass er demnächst an dieser Tankstelle den Kraftstoff „Bio Power E 85“ nicht mehr tanken kann. Am 5. August soll dieser Sprit in Münster versiegen.

Dabei war zur Eröffnung der ersten Bioethanol-Tankstelle in Münster extra noch der Minister für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Eckhard Uhlenberg, angereist. Nach einer dreimonatigen Testphase hatte die Westfalen AG damals entschieden, die Kraftstoff-Alternative anzubieten. „Bio Power E 85“ ist ein Benzin-Alkohol-Gemisch, das zu 85 Prozent aus Bioethanol und zu 15 Prozent aus herkömmlichem Superkraftstoff besteht. Das E 85 ist günstiger als Superbenzin. Für den Antrieb sind aber spezielle Fahrzeuge notwendig.

„Wenigstens am Stammsitz der Westfalen AG als Kraftstofflieferant heimatnah und auch über die Grenzen hinaus könnte das Unternehmen diesen Service beibehalten“, sagt Glandorf. Damit, so der enttäuschte Münsteraner, sei für ihn die Quelle in seiner Heimatstadt versiegt. Mehr noch, aufgrund eigener Recherchen sei ihm schnell klargeworden, betont der Ingenieur, dass in Münster keine weitere Tankstelle diesen Sprit führe und auch in Greven keine Zapfsäule mehr mit „E 85“ vorhanden sei. Joachim Glandorf muss künftig weiter fahren, um an E 85 zu kommen – bis nach Rheine, Ochtrup oder in den Kreis Warendorf.

Nachfrage nicht mehr vorhanden

Die Westfalen AG bietet den Sprit demnächst an dieser Tankstelle in Münster nicht mehr, weil die Nachfrage nicht mehr vorhanden sei, so ein Sprecher des Unternehmens. Schweren Herzens würde die Zapfsäule an der Tankstelle Weseler Straße 383 stillgelegt. Hinzu komme aber, dass der Standort aus Platzmangel auch nicht alle Spritarten anbieten könne. Die Frage der Wirtschaftlichkeit werde gestellt.

Joachim Glandorf ist enttäuscht. Der Denkmalpfleger und Architekt überlegt nun, was er mit seinem Auto, einem brasilianischen Fabrikat, das mit dem Kraftstoff E 85 betrieben wird, anfangen kann. Zwar ließe sich das Fahrzeug auch mit normalem Super fahren – „aber nicht auf Dauer“.

Der ehemalige Denkmalpfleger, der sich während seiner beruflichen Laufbahn um den Erhalt von Gebäuden gekümmert hat, verweist auf die durch den Verbrauch von „E 85“ verminderte Luftverschmutzung. Wenn mehr Menschen mit dem Kraftstoff fahren würden, so Glandorf, dann sei dies auch zum Schutz der baulichen Hinterlassenschaften.

(WN)


 


 

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