Weitere Artikel
  • 02.02.2015, 08:35 Uhr
  • |
  • Münster / Münsterland
Kramermahl 2015

Sirenengeheul und „Hausmannskost“

Nein, wirklich nicht! Und da schwören die 350 Gäste des Kramermahls, vor allem die, die an den hinteren Tischen im Rathaus saßen, Stein und Bein. Eine Pfeife hat diesmal keiner – in Zeiten des Rauchverbots in öffentlichen Gebäuden – mehr im Festsaal geraucht, auch nicht still und heimlich. Und trotzdem heulten die Sirenen, als zum Abschluss die Stippmilch mit Schwarzbrot und der Mokka lange serviert waren.

Just, als sich die meisten Gäste zum fröhlichen Umtrunk auf den Weg zu Stuhlmacher machten, ertönte der Feueralarm im Rathaus. „Als noch Dutzende Pfeifen im Festsaal dampften, ist das nicht passiert“, schmunzelte ein Gast. Die wenigsten bekamen noch mit, dass die Feuerwehr mitten in der Nacht nach der Ursache forschte. Es war wohl das Kondenswasser, das in Verbindung mit dem überhitzten Saal und dem vielen Schnee auf dem Dach den Alarm ausgelöst hatte.

Der Fall war geklärt – deshalb musste „Kommissar Overbeck“ alias Roland Jankowsky nicht mehr eingreifen. Der Schauspieler, der in den ZDF-Wilsberg-Krimis den gerne übers Ziel hinausschießenden Assistenten der Hauptkommissarin mimt, war zum ersten Mal als Gast beim Kramermahl. „Das wäre eine tolle Kulisse für einen Wilsberg-Dreh. Gleichwohl wäre unser Budget dafür wohl zu klein“, gestand er.

Airbus-Vorstandsvorsitzender Dr. Thomas Enders gefiel die Rolle als Festgast des Kramermahls. „Ich bin sehr froh, hier zu sein.“ Der „Brückenschlag von Haute Couture und Hausmannskost“ sei nach seinem Geschmack. Bevor der Grünkohl serviert wurde, reichte ihm der Oberbürgermeister einen Schluck Weißwein im Friedenssaal. Natürlich im Goldenen Hahn. „Es gibt für Sie zwei innovative Herausforderungen“, bekannte Markus Lewe. „Die erste ist das Trinken aus dem Hahn. Die zweite folgt später beim Anschneiden der Mettwurst. Dass dabei keine Fontäne bis zur Decke schießt ...“ Verständlich, dass der Chef von Europas größtem Luft- und Raumfahrtkonzern diesmal nicht hoch hinaus wollte.

Lückertz blickt auf den Kalkmarkt

Die Neugestaltung des Schlossplatzes liegt dem Verein der Kaufmannschaft am Herzen, um die Westfälische Wilhelms-Universität besser mit der Innenstadt zu verknüpfen. Beim Kramermahl im vergangenen Jahr hatte Vorsitzender Matthias Lückertz eine erneute Offensive gestartet. „Die Zeit ist reif für die nächsten Schritte“, hatte er damals mit Blick auf aktuelle Umfrageergebnisse in Münster zu neuen Planskizzen betont. Dabei ist der dynamischen Kaufmannschaft klar, dass bei einem solchen Großprojekt dicke Bretter gebohrt werden müssen – vor allem auch beim Land, das im Besitz der größten Freifläche in Münsters Innenstadt ist. „In Zeiten einer angespannten Haushaltslage in Nordrhein-Westfalen scheint es vernünftig, als Stadt den in städtischem Eigentum befindlichen Bereich am Kalkmarkt modular zu entwickeln“, sagte Lückertz bei seiner Tischrede am Freitagabend. Das brauche Zeit, wie viele andere Großprojekte auch. „Gedulden wir uns also und warten ab, wie es weitergeht. Ich bin optimistisch.“

(Ralf Repöhler, WN)


 


 

Münster
Kramermahl
Rathaus
Hausmannskost
Festsaal
Sirenen

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Münster" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: