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  • 09.06.2014, 08:15 Uhr
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  • Münsterland / Kreis Borken
Kreis Borken

„Das Silicon Valley des Münsterlandes“

Der Kreis Borken entwickelt sich zunehmend zu einem IT-Standort. Als besonderen Standortvorteil sehen die Unternehmen die Nähe zur Westfälischen Hochschule.

Keine Frage: Das Westmünsterland ist ein starker Industriestandort. In jüngster Zeit verzeichnet aber auch die IT-Branche ein großes Wachstum. So sind derzeit allein in Bocholt 89 Software- Unternehmen beheimatet. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren zählte die Wirtschaftsförderung Bocholt 49 Betriebe aus dem Sektor Informationstechnik. Ein Plus von rund 45 Prozent. „Bocholt – wie auch die gesamte Region – entwickelt sich zunehmend zu einer Brutstätte für die Software-Branche“, erklärt Wendelin Knuf von der Wirtschaftsförderung Bocholt.

Ein Beispiel: Der Technologiepark Bocholt im Südwesten des Kreises, in dem aktuell sieben IT-Unternehmen angesiedelt sind. Diese, ist Knuf überzeugt, profitierten auch von einem großen Fachkräfte- Potenzial vor Ort.

Auch im Norden des Kreises lassen sich zunehmend Softwarespezialisten nieder. Etwa der Programmhersteller Tobit aus Ahaus. Unter dem Motto „Der Kreis Borken, das Silicon Valley des Münsterlandes?“ hatte der Dienstleister, der nach eigenen Angaben 250 Mitarbeiter beschäftigt, Ende April die IT-Unternehmen der Region zu einer Auftaktveranstaltung eingeladen mit dem erklärten Ziel, künftig enger zusammenarbeiten zu wollen.

Standortvorteil: Nähe zur Westfälischen Hochschule

Als besonderen Standortvorteil sehen die Wirtschaftsförderer die teils direkte Nachbarschaft der Unternehmen zur Westfälischen Hochschule (Campus Bocholt). Daraus seien durchaus erfolgreiche Kooperationen entstanden, etwa im Rahmen von Bachelor- und Masterarbeiten, Praktika und Projekten.

So haben zehn Mitarbeiter der TIS GmbH ihr Studium an der Hochschule abgeschlossen, die meisten als Technische Informatiker. Zehn weitere hatten zuvor in dem Unternehmen ein Praxissemester absolviert. Insgesamt rund 20 Diplomarbeiten sind in Zusammenarbeit mit dem Bocholter Unternehmen entstanden. Zurzeit betreut TIS einen Bachelor- und einen Masterstudenten.

Fazit: Wissenschaft und Wirtschaft, so Knuf, „sind eng verknüpft. Es herrscht ein lebendiger Austausch von Spitzen- Know-how.“ Unternehmer, Wissenschaftler und Existenzgründer aus unterschiedlichen Sachgebieten arbeiteten Tür an Tür. Technologie- und dienstleistungsorientierte Betriebe könnten von zukunftsweisenden Forschungsergebnissen unter anderem auf den Gebieten Mechatronik und Bionik profitieren. „Diese räumliche Nähe kann gerade für Mittelständler aus den Bereichen Maschinenbau und Elektrotechnik ungeahnte Synergieeffekte bringen“, betont Knuf.

Nach Überzeugung des Wirtschaftsförderers findet sich in der Region „ein optimaler Nährboden“ für Neugründungen und Aktivitäten von IT-Unternehmen. „Es gibt junge, qualifizierte und bodenständige Kräfte, sehr gute Bildungseinrichtungen, Breitbandanbindungen für schnelle Internetverbindungen sowie familienfreundliche Rahmenbedingungen.“

(Katja Niemeyer)


 


 

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