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  • 11.03.2014, 09:04 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Kriminalstatistik Münster

Polizei meldet leichten Anstieg der Straftaten

Wie gefährlich ist das Leben zwischen Sprakel und Amelsbüren? „Münster ist im Landesvergleich eine sichere Stadt“, antwortet Kriminaldirektor Peter Sterner am sonnigen Montagvormittag bei der Vorstellung der Kriminalstatistik auf diese Frage.

„2013 ist die Gefahr, hier Opfer einer Straftat zu werden, weiter gesunken“, sagt der Direktionsleiter Kriminalität. In Zahlen heißt das: Pro 100.000 Münsteraner wurden im abgelaufenen Jahr 9.702 Straftaten und damit 104 weniger als noch 2012 verzeichnet.

Gleichwohl registriert die Polizei bei Wohnungseinbrüchen und Taschendiebstählen drastische Steigerungsraten: Allein 1.380 Mal langten Taschendiebe im Jahr 2013 in Münster zu – ein Anstieg um 315 Fälle oder fast 30 Prozent. „Taschendiebstahl ist ein ganzjähriges Phänomen und nicht mehr auf einzelne Veranstaltungen wie Send oder Weihnachtsmarkt beschränkt“, erklärt Sterner.

Der Bekämpfung dieser Kriminalitätsform gilt 2014 ein Hauptaugenmerk, heißt es bei der Polizei. Insbesondere beim Antanzen in der Disco oder beim Vorhalten von Unterschriftenlisten raten die Ermittler zu Wachsamkeit. Mit dem verstärkten Einsatz von Zivilstreifen will die Behörde Taschendieben das Handwerk legen.

Einen neuen Höchstwert hat – wie berichtet – die Zahl der Wohnungseinbrüche erreicht. Offiziell listet die Polizei 931 Fälle für 2013 auf. Das bedeutet eine Zunahme um 6,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „In den beiden letzten Jahren zeigt sich, dass Münster auf dem Niveau angekommen ist, das andernorts bereits früher erreicht wurde“, so Kriminaldirektor Sterner.

Die Belastung der Münsteraner durch Wohnungseinbrüche entspreche dem Landesdurchschnitt. Die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen fiel den Angaben zufolge von 17,2 Prozent im Jahr 2012 auf 10,2 Prozent. Erhöhter Fahndungsdruck über Behördengrenzen hinweg soll gegen die häufig reisenden Täter helfen. Als großen Erfolg wurde dabei die Ermittlung einer mehrköpfigen Gruppe aus Rheine und Münster in der vergangenen Woche verbucht. Die Bande ist nach Polizei-Angaben allein in Münster für mindestens 30 Einbrüche verantwortlich.

Die Gesamtzahl der erfassten Straftaten ist 2013 leicht und zwar um 168 Delikte auf insgesamt 28 777 Straftaten angestiegen. Teilweise arbeiteten im abgelaufenen Jahr elf Mordkommissionen (davon fünf Fälle in Münster) parallel. Auch die Brandserie beschäftigte die Polizei intensiv.

Aufklärungsquote bei 41,9 Prozent

Die Polizei in Münster hat am Montag die Kriminalstatistik für das Jahr 2013 vorgestellt:

  • Die Zahl der Fahrraddiebstähle sinkt seit fünf Jahren kontinuierlich von 5.398 im Jahr 2009 auf 4.602 im abgelaufenen Jahr. Allerdings wird nur jeder zehnte Fahrraddiebstahl aufgeklärt. Die Polizei appelliert, sich in der Fahrradhalterdatei registrieren zu lassen. Dies machen nur rund 10.000 Münsteraner pro Jahr. Dabei gibt es in der Stadt schätzungsweise 500.000 Räder. Aktuell enthält die Fahrradhalterdatei laut Polizei Informationen über 145 800 Räder.
  • Die Aufklärungsquote über alle Deliktsfelder hinweg liegt bei 41,9 Prozent und ist im Vergleich zu 2012 um 0,7 Prozent gesunken. Aufgeklärt hat die Polizei im abgelaufenen Jahr insgesamt 12.044 Straftaten.
  • 2.221 Körperverletzungsdelikte wurden registriert, 17 weniger als 2012; bei den Raubstraftaten gab es eine Zunahme um elf auf 243.
  • Deutlich zurückgegangen sind Einbrüche in Lager-, Verkaufs- und Geschäftsräume.

(WN)


 


 

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