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  • 23.10.2013, 10:52 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Krisenstimmung

Bauarbeiten am Hiltruper Kulturbahnhof verzögern sich

Der Kulturbahnhof war eigentlich auf einem gutem Weg. Die Finanzierung der ersten drei Jahre galt als gesichert, fast drei Dutzend Ehrenamtliche planen mit viel Herzblut die ersten Veranstaltungen. Als Eröffnungstermin hatte die Stadtteiloffensive den 29. März 2014 fest im Blick. Doch auf einmal steckt das ganze Projekt in seiner bisher tiefsten Krise.

„Wir spüren Gegenwind“, stellt Jan Kaven von der Stadtteiloffensive fest. Der Eigentümer der Bahnhofs-Immobilie geht noch weiter und sagt: „Das Projekt ist gefährdet“, so Ludger Holtz, „ich habe Angst, dass jetzt alles auseinandergeht“.

Denn die Umbauarbeiten verzögern sich im schlimmsten Fall dramatisch. Eigentlich sollte es bereits im August los gehen – doch passiert ist nicht viel. „Am Bahnhof wird derzeit nicht gearbeitet“, bestätigt Holtz bei einem Pressegespräch der Stadtteiloffensive. Wenn jedoch nicht noch im Herbst das Dach erneuert, die Fenster ausgetauscht und eine Heizung installiert werden, stehen die Räder auch im Winter still. „Dann passiert die nächsten fünf Monate gar nichts.“

Abstimmungsprobleme bei der Nutzung

Das Problem sei, „dass die Nutzung der Immobilie noch nicht endgültig abgestimmt ist“, erklärt Holtz. Deswegen habe die Stadt bisher kein Okay gegeben.

Die juristische Gemengelage ist kompliziert, und das städtische Amt für Immobilienmanagement wollte sich auf Anfrage der WN zu dem laufenden Verfahren nicht äußern. Laut Stadtteiloffensive gibt es Probleme mit der Eintragung einer Grundschuld auf die Immobilie. Der nördliche Gebäudeteil soll nach Wunsch aller Beteiligten als Restaurant genutzt werden. Weil aber auch die Nutzung als Bürofläche im Raum stehen soll, so Kaven, spreche die Stadt von einer Nutzungsänderung und habe bisher kein grünes Licht gegeben.

Rückgabe der Spenden vor Jahresende?

Die Bauarbeiten am Bahnhof ruhen. Das ist teuer und ärgerlich für den Eigentümer. Aber warum trifft das den Kulturbahnhof so hart? Voraussetzungen für das Projekt war eine Anschubfinanzierung für die ersten drei Jahre. Insgesamt 160.000 Euro wurden gesammelt, um die Miete und Nebenkosten inklusive Strom für die ersten drei Jahre zu sichern. 22 Prozent dieser Summe wurden von Hiltruper Bürgern und Vereinen aufgebracht, fast die Hälfte kommt aus den Gewinnabschlüssen der Sparkasse, 29 Prozent von Unternehmen aus Hiltrup. Die Spenden sind zweckgebunden, so Dr. Horst Born, der Projektleiter. Wenn es für das Gesamtkonzept, das ein Restaurant vorsehe, keine Perspektive gibt, müsse überlegt werden, die Spenden vor Jahresende zurückzugeben. Born: „Wir haben noch Hoffnung.“

(Markus Lütkemeyer)


 


 

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