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  • 07.11.2012, 11:31 Uhr
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  • Münster
Kritik an Haushaltspolitik

Münsters Schuldenuhr tickt an Fassade der PSD-Bank

An der Medienfassade der PSD-Bank am Albersloher weg tickt seit Dienstag (6. November) für alle sichtbar die münsterische Schuldenuhr: der Schuldenberg wächst minütlich um 60 Euro. Die Wirtschaftsinitiative Münster und die PSD-Bank üben mit der Kampagne Kritik an der städtischen Haushaltspolitik.

Die Wirtschaft in Münster liest der Stadt die Leviten. Sogar mehr als das: Die rund 200 in der Wirtschaftsinitiative Münster (WIN) zusammengeschlossenen Unternehmen stellen die Verwaltung an den Pranger. Zu sehen ist dies seit gestern jeden Mittag von 11.55 bis 12.05 Uhr und jeden Abend zur besten Kinozeit von 19.55 bis 20.05 Uhr an der Medienfassade der PSD-Bank gegenüber dem Cineplex.

Die Haushaltspolitik der Stadt, die darauf setzt, Jahr für Jahr immer mehr Schulden anzuhäufen, geht der Wirtschaftsinitiative über die Hutschnur. Deshalb lässt sie nun täglich für 20 Minuten eine auf die münsterischen Haushaltsverhältnisse eingestellte Schuldenuhr über die haushohe Medienwand flirren. Dort erfährt jeder, der hinguckt, dass jeder Münsteraner Ende des Jahres 2011 2679 Euro Schulden hatte und dass der Schuldenberg Münsters jede Minute um 60 Euro wächst. Zum Schluss die ganze, schwer fassbare Zahl der Gesamtschulden Münsters: 738.418.893 Euro. Die Zahl wird Ende des Jahres aktualisiert.

Die WIN will die Münsteraner mit der Kampagne aufrütteln, erläuterte gestern WIN-Vorsitzender Michael von Bartenwerffer in der PSD-Bank, die die Aktion unterstützt. Nachdem die Stadt in den vergangenen Jahren ihr Defizit jeweils um 50 Millionen Euro erhöht habe, sei es nun höchste Zeit zum Umdenken, fordert von Bartenwerffer und zog drastische Parallelen: „Münster ist nicht Griechenland, aber auf dem Weg dahin.“

Die WIN stellt der Stadt ein desaströses Zeugnis für ihre Finanzpolitik aus: „Vollkommen unverständlich“ sei die grobe Fehleinschätzung der Gewerbesteuereinnahmen, so von Bartenwerffer. Das Verfahren, den Politikern eine Sparliste mit annähernd 300 Einzelposten vorzulegen, wobei die Verwaltung offen zugebe, dass sie nicht wünsche, dass sie komplett beschlossen werde, führe nicht zum gewünschten Ergebnis. „Die Stadt muss sich endlich fragen, was sie vom vorhandenen Geld finanzieren kann und nicht zuerst festschreiben, was sie alles finanzieren möchte“, schlägt er vor. PSD-Vorstand Reinhard Schlottbom sieht die städtische Strategie in einem globalen Zusammenhang: „Durch die Schuldenpolitik werden Sparer sukzessive enteignet. Hohe Schulden sind asozial.“

(Karin Völker)


 


 

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