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  • 21.11.2014, 08:54 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Kündigung der Altverträge

LBS sieht durch Niedrigzins das Gleichgewicht gestört

Noch vor Jahr und Tag wollte man das heiße Eisen nicht anfassen. Hoch verzinste Altverträge, so hieß es regelmäßig auf Nachfrage bei der LBS West, seien zwar mit Blick auf den Grundgedanken des Bausparens nicht erfreulich, doch an eine Kündigung denke man nicht.

Nun regiert die LBS West doch. Auch weil die Politik der Europäischen Zentralbank keine Wende erkennen lässt. 12 000 Kunden mit alten Bausparverträgen, die seit einem Jahrzehnt schon genug Geld angespart haben, um ein Bauspardarlehn beantragen zu können, haben Post erhalten. In dem Schreiben wird ihnen – mit entsprechender Begründung – angekündigt, dass man daran denkt den Bausparvertrag in 2015 aufzulösen. Gleichzeitig bietet man einen Vorfinanzierungskredit zu gegenüber den alten Zinssätzen günstigeren heutigen Marktkonditionen an.

„Wir sind nicht Verursacher der Niedrigzinsphase“, warb ein Sprecher der LBS West um Verständnis für den Schritt. Beim Bausparen würden die Darlehen aus den Spareinlagen gespeist. Man müsse das „geschlossene System“ in einem Gleichgewicht halten.

Erst vor wenigen Tagen hatte sich die LBS Bayern zu einen ähnlichen Schritt entschieden. Verbraucherschützer sehen Kündigungen als rechtlich schwierig an. Ein Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs gibt es bis heute aber nicht. Bei übersparten Verträgen sind Kündigungen laut einem älteren Urteil des Oberlandgerichts in Hannover (Az.: 13 O 14/09) allerdings erlaubt.

(Wolfgang Kleideiter, WN)


 


 

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