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  • 02.12.2013, 09:54 Uhr
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Kündigungen in Münster

Verkauf bei Max Bahr in Münster geht trotz Insolvenz und Kündigungen weiter

Volles Haus am Freitagvormittag bei Max Bahr am Daimlerweg. Neben Leisten und Kleister, Farben und Tapeten gibt es auch Tannenbäume zu kaufen. Weihnachten steht vor der Tür – doch 35 Mitarbeiter, darunter Teilzeitkräfte, haben Sorge, dass die Tür zu ihrem Arbeitsplatz nun für immer ins Schloss fällt. Obwohl Bauhaus mehr als 20 Max-Bahr-Filialen deutschlandweit übernimmt, sind die beiden Häuser in Münster nicht dabei.

Viele Kunden sind über die Schließung alles andere als erbaut. „Eine Misswirtschaft ist das, Max Bahr wurde von Praktiker reingeritten. Die Angestellten tun mir leid“, meint Hermann-Josef Lewentz. Auch eine Frau aus Amelsbüren bedauert die Schließung sehr. Das war der nächste Baumarkt für mich.“

„So einen Umsatz wie jetzt, hätten wir uns sonst gewünscht. Aber nicht unter diesen Umständen“, sagt Pe­tra Meier, Vorsitzende des Betriebsrates der Filiale am Daimlerweg, für die es noch ein Funken Hoffnung gab. Im Gegensatz zu Max Bahr an der Theodor-Scheiwe-Straße, wo 61 Mitarbeitern bereits gekündigt wurde.

Ende Februar schließt Max Bahr am Daimlerweg

Ende Februar soll am Daimlerweg der Laden dichtgemacht werden. Dann werden auch die Kündigungen erwartet. „Einige Mitarbeiter haben sich schon um eine Stelle beworben. Doch weg ist noch keiner“, so Petra Meier. Und keiner weiß, wie es weitergeht. Viele hätten eine Familie zu ernähren. Und auch Singles müssten sehen, wie sie klarkämen.

„Den ersten Schock hatte ich schon. Jetzt bin ich gefasst“, berichtet Merlin Müller. Der 27-Jährige war zuvor bei Max Bahr an der Theodor-Scheiwe-Straße tätig. Er will sich eine neue Tätigkeit im Controlling suchen und hofft, dass alle seine Kollegen neue, adäquate Jobs finden.

Unterschriftensammlung und die Hoffnung auf ein Wunder

Sprachlos ist dagegen eine 37-jährige Mitarbeiterin, die den Kollegenkreis und den Teamgeist im Baumarkt schätzt. „Wir sind als Familie gestorben und müssen uns neue Jobs suchen. Man hat uns viel Hoffnung gemacht. Doch wir sind veräppelt worden, und alles ist zerschlagen.“ Die Belegschaft freut sich über 6.250 Unterschriften, die im Internet zusammengekommen sind. Sie gehen an den Petitionsausschuss der Bundesregierung, in der Hoffnung, Arbeitsplätze zu retten.

54 Jahre alt ist Walther Posekardt, der von Anfang an und somit seit 18 Jahren dabei ist. „Ich kann gar nichts anderes als Baumarkt. Die Arbeit füllt mich aus und macht Spaß.“ Wie seine Kollegen hofft er noch auf ein Wunder vor Weihnachten.

Verhandlungen scheiterten an Miet-Differenzen

Zwischen Hoffen und Bangen – Rettungsversuche für die insolvente Baumarktkette Max Bahr sind immer wieder gescheitert. Als eine „große Praktiker- Pleite“ bezeichnet Frank Hempel, Teamleiter bei Max Bahr an der Theodor- Scheiwe-Straße, das Dilemma. Die Verhandlungen mit der Übernahme durch Hellweg und Globus seien an den Mietdifferenzen gescheitert. „Die Situation ist nicht schön. Doch wir machen engagiert weiter und bleiben optimistisch. Die Kunden seien da und das motiviere, nicht in tiefe Depression zu verfallen. „Man kann noch hoffen“, so Frank Hempel.

(Maria Meik, WN)


 


 

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