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  • 26.08.2013, 09:11 Uhr
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  • Münster & Münsterland
„Künstliche Niedrigzinsen“

Sparkassenpräsident Gerlach beklagt „kalte Enteignung“

Dr. Rolf Gerlach ist verärgert. Der Präsident des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe (Münster) wertete die momentan „künstlichen Niedrigzinsen“ als „kalte Enteignung“.

Gleichzeitig lobte Gerlach am Freitag bei der Vorlage der Halbjahresbilanz seines Verbandes in Gütersloh die Kunden der Sparkassen. Die Anleger parkten ihr Geld wieder vermehrt in Aktien und Investmentzertifikaten – „das ist eine vernünftige Reaktion der Sparer“, so der regionale Sparkassenpräsident. Konkret: Der Umsatz mit diesen Wertpapieren wuchs im ersten Halbjahr bei den Sparkassen in Westfalen-Lippe um 32 Prozent auf 3,7 Milliarden € .

In den vergangenen Monaten seien die Aktionäre für ihren Mut belohnt worden. Der deutsche Leitindex Dax sei zwischen Januar 2012 und Juni 2013 von nur 5900 auf über 8000 Punkte hochgeschnellt, so Gerlach. Der Verbandspräsident machte sich stark für eine breit gestreute Geldanlage: „Das Sparkassenbuch, ein eigenes Haus und Aktien oder Aktienfonds sind der richtige Mix.“

Renaissance von Aktien und Aktienfonds

Die Folgen der Renaissance von Aktien und Aktienfonds zeigen sich in den Halbjahreszahlen der westfälisch-lippischen Sparkassen. In deren Bilanz schrumpften die Einlagen in den ersten sechs Monaten des Jahres um 0,4 Prozent auf nur noch 84,9 Milliarden € . Die Kundenkredite wuchsen jedoch gleichzeitig um 1,3 Prozent auf 81,8 Milliarden €. 

Die ungünstige Zinsentwicklung trübte auch die Ertragslage der 71 Sparkassen in Westfalen-Lippe. Das Betriebsergebnis vor Bewertung wird einer Prognose zufolge 2013 um 7,8 Prozent auf 1,25 Milliarden € sinken . Gerlach erwartet aber ein stabiles Jahresergebnis (nach Bewertung) von rund 188 (Vorjahr: 184) Millionen € .

Die 14 Sparkassen im Regierungsbezirk Münster erreichten bei den Kundeneinlagen entgegen dem Minustrend im gesamten Verbandsgebiet einen leichten Zuwachs um 0,7 Prozent auf 24 Milliarden € . Das Volumen der Kundenkredite wuchs im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region um ein Prozent auf 24,4 Milliarden € .

Allerdings wird das Betriebsergebnis im Regierungsbezirk Münster 2013 voraussichtlich überproportional um 8,4 Prozent auf nur noch 352 Millionen €  schrumpfen.

Einen kräftigen Anstieg erreichten die westfälisch-lippischen Sparkassen im ersten Halbjahr bei den Darlehnszusagen für den Wohnungsbau, die insgesamt um über 15 Prozent auf 3,1 Milliarden €  kletterten, in Münsterland und Emscher-Lippe-Region um fast zwölf Prozent auf 995 Millionen €  wuchsen.

(Jürgen Stilling)


 


 

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