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  • 25.03.2013, 08:51 Uhr
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  • Kreis Borken/Vreden
Kulturhistorisches Zentrum

Preisträger des Architektenwettbewerbs stehen fest

"Alle eingereichten 18 Entwürfe zeichnen sich durch ausgesprochen hohe Qualität aus", waren sich Landrat Dr. Kai Zwicker und Vredens Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch bei der Bekanntgabe der Ergebnisse des Architektenwettbewerbs zur REGIONALE-Projektidee "Kulturhistorisches Zentrum Westmünsterland" in Vreden einig.

Das habe die Entscheidungsfindung für die 20-köpfige Jury - Städteplaner, Architekten, Vertreterinnen und Vertretern des Kreises Borken und der Stadt Vreden sowie des Bistums Münster, der REGIONALE-Agentur und des Landschaftsverbandes - nicht leicht gemacht. Dennoch gab es am Ende mit dem Büro "Bez + Kock, Architekten Generalplaner GmbH, Stuttgart" einstimmig einen ersten Preisträger: "Dieser Beitrag passt sich hervorragend in die aktuelle städtische Umfeldplanung ein und bietet ein gelungenes bauliches Konzept für die ganz unterschiedlichen Nutzungsnotwendigkeiten des Zentrums."

Genau das sei auch die besondere Herausforderung für die teilnehmenden Architekturbüros gewesen, erläuterte Professor Hartmut Welters, der den Wettbewerb fachlich betreut hatte. Laut Welters ging es vor allem um folgende Fragen: "Wie gehe ich mit dem vorhandenen Altbestand um: die Bausubstanz des Hamaland-Museums und des Landeskundlichen Instituts sowie die beiden denkmalgeschützten Häuser? Wie plane ich die notwendigen Erweiterungsflächen in dem eng umgrenzten Areal? Wie füge ich das Vorhaben in das Umfeld von Stadtgraben und Innenstadt ein?" Das Büro Bez + Kock habe darauf überzeugende Antworten gefunden, betonten Dr. Kai Zwicker und Dr. Christoph Holtwisch unisono. So werde die Projektidee des Kulturhistorischen Zentrums nun erstmals optisch "greifbar".

Die Jury begründete ihre Entscheidung u. a. wie folgt: "Das vorliegende Projekt knüpft durch die Gliederung seiner Dachlandschaft an vorhandene Geometrien an, interpretiert diese jedoch im Sinne der Bauaufgabe neu. Eine Serie von Satteldächern überdeckt den Museumsneubau und bindet dabei auch die bestehenden Gebäude ins Gesamtkonzept mit ein." Das Spiel mit der Ambivalenz von klein und groß sei grundlegende Konzeptidee. So ende das Ensemble zur Kulturachse hin nicht mit einer tiefstehenden Traufe, sondern formuliere durch seinen randständigen First einen prägnanten baulichen Akzent als Gebäudekopf. "Der Entwurf gibt dem Konzept des Kulturhistorischen Zentrums somit eine ganz eigene Melodie", freute sich Dr. Holtwisch. Landrat Dr. Zwicker lobte zudem die innenräumliche Lösung: "Die sehr unterschiedlichen Baukörper fügen sich zu einem gemeinsamen Ganzen, in dem eine einfache Orientierung und eine hohe Funktionalität gewährleistet sind."

Die weiteren Preisträger sind:

  • 2. Platz: "Pool Leber Architekten", München
  • 3. Platz: "lüderwaldt achitekten, Köln" mit "Raderschall Architekten, Köln"
  • 4. Platz: "Schulz & Schulz Architekten GmbH", Leipzig, mit "Bock Neuhaus Partner", Coesfeld

Angekauft werden zudem die Entwürfe der Büros "Heinle, Wischer und Partner, Köln" und "Schmehrsahl Biermann Prüßner, Bad Salzufflen".

Wie Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster und Kreisbaudezernent Hubert Grothues mitteilten, schließe sich nun ein sogenanntes Verhandlungsverfahren an, in das die Preisträger einbezogen werden. Neben funktionalen und gestalterischen Überlegungen spielen dabei vor allem auch Kosten- und Wirtschaftlichkeitsfragen sowie die städtebaulich-räumliche Qualität eine entscheidende Rolle. Die Kostenobergrenze liegt für die gesamte Baumaßnahme bei 10 Mio. Euro brutto. Davon sind nach jetzigem Stand 4,55 Mio. Euro für Umbau und Sanierung des Bestandsgebäudes notwendig. Spätestens Ende des Jahres soll Klarheit darüber herrschen, welcher mit Kosten hinterlegte Entwurf für eine Realisierung der Projektidee infrage kommt und welche Förderung durch das Land im Rahmen der REGIONALE 2016 möglich wird. Der Kreistag wird dann darüber befinden, ob es tatsächlich zum Bau des Kulturhistorischen Zentrums kommt.

Alle Entwürfe, die im Rahmen des Architektenwettbewerbs erarbeitet worden sind, zeigt das Hamaland-Museum in Vreden, Butenwall 4, bis zum 21. April 2013 in einer Ausstellung. Besucherinnen und Besucher können sich dort zudem über die Projektidee des Kulturhistorischen Zentrums informieren. Das Museum hat dienstags bis sonntags in der Zeit von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Die Projektidee "Kulturhistorisches Zentrum Westmünsterland"

Im Rahmen der REGIONALE 2016 verfolgen der Kreis Borken und die Stadt Vreden gemeinsam die Idee, am Standort des Hamaland-Museums in Vreden ein "Kulturhistorisches Zentrum Westmünsterland" zu schaffen. Entstehen soll "ein kultureller Knotenpunkt", der

  • zur nachhaltigen Sicherung der Kultureinrichtungen in kleinen Orten beiträgt,
  • das kulturelle Gesamtprofil der Region stärkt und
  • die Identifikation mit der Region fördert.

Zentrale Grundlage für die Entstehung dieses kulturellen Knotenpunkts ist die Zusammenführung des Hamaland-Museums, des Landeskundlichen Instituts Westmünsterland samt Bibliothek sowie der historischen Bestände des Kreisarchivs Borken und des Vredener Stadtarchivs zu einem umfangreichen "Historischen Gedächtnis" der Region.

Im Qualifizierungsverfahren der REGIONALE 2016 hat die Projektidee "Kulturhistorisches Zentrum Westmünsterland" im November 2011 die zweithöchste Qualifizierungsstufe B erreicht. Ende dieses Jahres entscheidet der Kreistag über die Umsetzung der Projektidee und den Baubeschluss. Parallel soll die Aufnahme in die Qualifizierungsstufe A der REGIONALE 2016 erfolgen.

Der Architektenwettbewerb

Der Wettbewerb ist nach einem streng standardisierten Verfahren abgelaufen. 20 Architekten bzw. Architekturbüros aus Deutschland und den Niederlanden waren für die Teilnahme ausgewählt bzw. ausgelost worden. Nach einem Einführungskolloquium am 18. Dezember 2012 hatten die Teilnehmer bis zum 12. Februar 2013 Zeit, ihre Planunterlagen einzureichen. Die Modelle mussten sie bis zum 26. Februar 2013 abgeben. Eingegangen sind Entwürfe von insgesamt 18 Büros. Betreut wurde der Architektenwettbewerb durch das Büro Norbert Post - Hartmut Welters, Architekten & Stadtplaner GmbH BDA/SRL, Dortmund.

Das Plangebiet umfasst den aktuellen Gebäudebestand von Hamaland-Museum und Landeskundlichem Institut Westmünsterland (Gebäudeteile von 1977 und 1988 sowie zwei denkmalgeschützte Gebäude entlang der Gasthausstraße) sowie das benachbarte Grundstück des ehemaligen Jugendheims, das für einen Neubau zur Verfügung steht. Zur Aufgabe gehörten insbesondere die Planung dieses Neubaus sowie die Einbeziehung und Umgestaltung der bestehenden Gebäudesubstanz.

Das Preisgericht tagte am 21. März 2013 im Hamaland-Museum Vreden. Für die Beratung wurden alle Entwürfe anonymisiert. Als Preisgeld stand eine Summe in Höhe von 80.000 Euro zur Verfügung, die auf die Preisträger verteilt wurde. Für den Fall einer weiteren Beauftragung wird das Preisgeld auf das Honorar angerechnet.

Weitergehende Informationen gibt es im Internet unter www.kulturhistorisches-zentrum.de.

(Redaktion)


 


 

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