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  • 10.03.2015, 14:28 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Land NRW als Erbe

Steigende Fallzahlen - Nachlässe häufig überschuldet

Bei den Nachlässen ohne Erben ist im Regierungsbezirk Münster in den vergangenen Jahren ein Anstieg festzustellen. Die Bezirksregierung Münster hat 234 Nachlässe im Jahr 2013 und 209 Nachlässe im Jahr 2014 übernommen. Im Vergleich dazu waren es 2002 lediglich 38 Erbfälle.

Für die Abwicklung sogenannter Fiskalerbschaften (der Staat als Erbe) sind in Nordrhein-Westfalen die fünf Bezirksregierungen zuständig.

Ein Grund für den Anstieg der Nachlässe ohne Erben ist der demografische Wandel: Der Anteil älterer Menschen ohne Angehörige steigt. Ebenso nehmen die Zahlen der ausgeschlagenen Erbfälle wegen Überschuldung zu.

Ist kein Erbe vorhanden, muss der Fiskus (zur Fiskus Definition) des Landes, in dem der Verstorbene seinen letzten Wohnsitz hatte, das Erbe antreten. Durch einen gerichtlichen Beschluss des Nachlassgerichtes wird festgestellt, dass ein anderer Erbe als das Land nicht vorhanden ist. Das Land kann dieses Erbe nicht ausschlagen, wobei es jedoch bei eventuellen Schulden gegenüber den Gläubigern nur beschränkt mit dem vorhandenen Nachlass haftet. Sinn und Zweck des "Staatserbes" ist, dass sich letztendlich jemand um die Abwicklung des Nachlasses kümmert.

Vielseitige Vermögenswerte

Die Vermögenswerte, die dem Staat zufallen sind vielseitig. Sie reichen von Grund- und Ackerflächen, über Häuser, Eigentumswohnungen aber auch Fahrzeugen bis zu Schmuck, Bargeld und Sparbüchern.

Besonders die Zahl der Nachlässe mit Grundvermögen steigt. Im vergangenen Jahr 2014 sind 28 Grundstücke (2013 = 26) dazugekommen, wobei 23 Grundstücke im Jahr 2014 veräußert wurden. Zum Jahresende 2014 konnte ein Gesamtbestand von 71 Immobilien verzeichnet werden.

Eine weitere und sehr wichtige Aufgabe ist es, bei den Immobilien für die Verkehrssicherheit zu sorgen. So werden durch die Bezirksregierung Firmen beauftragt, die sich um den Winterdienst, eventuellen Rückschnitt von Bäumen und Sträuchern und die Sicherung der Gebäude kümmern.

Oft gestalten sich die Immobilienverkäufe schwierig, da es sich bei den Objekten nicht in der Regel um Luxusvillen handelt. Vielmehr sind sogenannte "Schrottimmobilien" vermehrt in den Nachlässen, die nur schwer verkäuflich sind.

Von den 209 Neufällen waren 70 Nachlässe überschuldet (2013 = 78). Lediglich ein Erbe hatte einen Gesamtwert von mehr als 50.000 Euro. Im Jahr 2014 wurden rund 620.000 Euro vereinnahmt (2013 = 426.000 Euro). Auf der Ausgabenseite (ohne Personalkosten) sind im Jahr 2014 rund 278.000 Euro zu verbuchen (2013 = 271.000 Euro). Bei den Ausgaben handelt es sich vorrangig um Gläubigerbefriedigungen und Kosten für die Einhaltung der Verkehrssicherungspflichten von Immobilien. Ferner sind im Jahr 2014 der Bezirksregierung vier nachträglich festgestellte Erben bekannt geworden. An diese Erben wurden die Nachlässe ausgezahlt.

(Bezirksregierung Münster)


 


 

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