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  • 03.09.2012, 10:49 Uhr
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  • Kreis Borken
Landkreistag

Der Landkreistag NRW wird 65

Er ist das Sprachrohr für 30 Kreise und die Städteregion Aachen, auch für den Kreis Borken. Die Rede ist vom Landkreistag Nordrhein-Westfalen. Im September feiert er seinen 65. Geburtstag.

Wenn Dr. Kai Zwicker Landrat des Kreises Borken, über die Bedeutung des Landkreistages Nordrhein Westfalen (LKT NRW) für seinen Kreis nachdenkt, dann kommt er zu folgendem Resultat. "Der Landkreistag NRW ist gleichermaßen Sensor wie Sprachrohr der Kreise in Düsseldorf und damit gerade in finanziell schwierigen Zeiten ein ganz entscheidender Faktor für den ländlichen Raum, insbesondere auch für das Westmünsterland", sagt er.

Die Gründung des LKT NRW vor 65 Jahren war ein rheinisch-westfälisches Gesamtwerk, das trotz mancher gegenseitiger Landesteil-Vorbehalte gegenüber dem jeweils anderen Landesteil innerhalb weniger Wochen erfolgreich umgesetzt werden konnte, nachdem schon in der Zeit der Weimarer Republik sowohl ein Westfälischer wie auch ein Rheinischer Landkreistag existierten. Damals im organisatorischen Rahmen des Preußischen Landkreistages.

Nach der Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen im August 1946 war klar: Nur Gemeinsamkeit aller Kreise im neuen Bundesland macht stark. Der maßgebliche westfälische Mitbegründer war damals Oberkreisdirektor Dr. Johannes Strunden, Kreis Borken. Sein rheinisches Pendant war Landrat Dr. August Dresbach, Oberbergischer Kreis. Offiziell gegründet wurde der Landkreistag Nordrhein-Westfalen am 25. Juni 1947 in Bad Sassendorf. Die Aufgaben waren, die Interessen und Anliegen der Kreise zu vertreten sowie ihre kommunale Selbstverwaltung zu stärken. Und daran hat sich in den letzten 65 Jahren nichts geändert. Ob die Wiederherstellung der kommunalen Infrastruktur nach den kriegsbedingten Zerstörungen, die kommunalen Neugliederungen in den Sechziger und Siebziger Jahren oder die Kommunalisierung der Gesundheits-, Veterinär- und Katasterverwaltung. Nicht zu vergessen, die Verwaltungsmodernisierung angesichts der technischen Revolution durch Computer und Internet, die Zusammenführung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe durch die sogenannte Hartz IV-Reform, die Übernahme der Versorgungsverwaltung und großer Teile der Umweltverwaltung vom Land oder die interkommunale Kooperation und Steigerung von Effektivität und Effizienz der öffentlichen Verwaltung als umfassende bürgernahe Dienstleistung.

Gleich in welchen Beratungs- und Entscheidungsprozessen auch immer, der LKT fungiert als Sprachrohr und setzt sich für die Interessen der Kreise ein. "Die Kreise als Servicecenter für Bürger und Unternehmen im kreisangehörigen Raum zukunftsgerichtet aufstellen, das ist das Leitziel", betont Dr. Martin Klein, Hauptgeschäftsführer des LKT. Und genau das ist den vergangenen 65 Jahren geschehen und daran wird weiter gearbeitet.

Anekdoten, insbesondere auch aus der Anfangszeit des LKT, gibt es reichlich. In einem Dachzimmerchen in Bad Godesberg nahm der LKT seine Arbeit auf. Wenn ein Rundschreiben gefertigt werden sollte, zog man mit zusammengesuchtem Altpapier in die Stadt und tauschte beim Schreibwarenhändler Schreibbogen und Briefumschläge ein. Auch mit den Büromöbeln sah es nicht rosig aus. Eine Anfrage an alle Mitgliedskreise mit der Bitte, der Geschäftsstelle Büromöbel zur Verfügung zu stellen, ergab als Resultat einen einzigen Stuhl, den der damalige Siegkreis zur Verfügung stellte. Diese Zeiten sind längst vorbei. Heute ist der LKT nach mehreren Umzügen innerhalb der Landeshauptstadt an der Kavalleriestraße 8 im Zentrum von Düsseldorf in einem modernen Gebäude, über mehrere Etagen verteilt, zu finden. Wobei der erste Umzug von Bad Godesberg zur Kasernenstraße 69 in die junge Landeshauptstadt Düsseldorf zum 1. Juni 1948 noch ein besonderes Schmankerl beinhaltete. Per motorisiertem Dreirad zogen die Akten um, wobei dieses Gefährt auf der Fahrt in Opladen, damals Kreisstadt des Rhein-Wupper-Kreises, zu Bruch ging. Die Akten konnten geborgen, zwischengelagert und anschließend im Dienstwagen des Opladener Oberkreisdirektors nach Düsseldorf weiterbefördert werden.

(Redaktion)


 


 

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