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  • 20.06.2013, 13:23 Uhr
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  • Münster
Landtag

Genossenschaften sind stabiles Standbein der nordrhein-westfälischen Wirtschaft

Am morgigen Freitag berät der Landtag NRW über einen Antrag der Regierungsfraktionen zur gemeinwohlorientierten und solidarischen Wirtschaft.

Der Vorstandsvorsitzender des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes (RWGV), Ralf W. Barkey, begrüßt die Initiative: „Ich freue mich, dass der Landtag anerkennt, in wie vielen Bereichen Bürgerinnen und Bürger in wirtschaftlicher Selbstorganisation tätig sind und dieses Engagement in Zukunft stärker unterstützen will“. Im Antrag wird betont: Genossenschaften übernehmen sowohl bei Finanzdienstleistungen, in der Kinderbetreuung oder der dezentralen Energieversorgung gesellschaftliche Verantwortung, indem sie lokale Wirtschaftskreisläufe stärken und neue Arbeitsplätze schaffen. „Die Felder, auf den Genossenschaften aktiv sind, sind aber noch viel weiter“, erläutert Barkey.

Kritik an zu hohen Kosten für die Prüfung weist der Vorstandsvorsitzende entschieden zurück: „Das solide Modell der Genossenschaft ist gefragt wie selten zuvor. Nicht umsonst ist die Genossenschaft die insolvenzsicherste Rechtsform. Dadurch sind Genossenschaften ein krisensicherer Pfeiler der mittelständischen Wirtschaft. Hieran sollte nicht gerüttelt werden.“ Mögliche Pläne des Bundesjustizministeriums zur Einführung einer Kooperationsgesellschaft, durch die finanzschwache Gründungsvorhaben von qualitätssichernden Maßnahmen ausgenommen würden, lehnt der RWGV daher entschieden ab.

Der Antrag mache zwar deutlich, dass die Potenziale für die Neugründung von Genossenschaften noch längst nicht ausgeschöpft seien. Die Ursache hierfür sei aber keinesfalls in der Rechtsform selbst und den vermeintlich hohen Prüfungskosten zu finden. „Schon jetzt gibt es erhebliche Erleichterungen für die Gründung von Kleinstgenossenschaften. Ein tatsächliches Problem ist viel-mehr, dass die Mehrzahl der Förderprogramme einfach nicht auf Genossenschaften ausgelegt ist. So fallen Genossenschaften oftmals durch das Raster und können nicht von Angeboten wie dem Gründercoaching der KfW oder Gründungszuschüssen des Landes profitieren“, so Barkey.

Damit unterstützt der RWGV die Aufforderung an die Landesregierung, bestehende Förderprogramme für Unternehmensgründungen und Gründungsberatung so zu gestalten, dass Genossenschaften in gleicher Weise daran teilnehmen können wie andere Unternehmen.

Im RWGV haben sich 700 Unternehmen zusammengeschlossen, die rund 3,2 Millionen Mitgliedern gehören. Hierzu zählen 200 Banken mit einer Bilanzsumme von 280,3 Milliarden Euro, 167 landwirtschaftliche Warengenossenschaften und Zentralen mit einem Umsatz von mehr als 24,3 Milliarden Euro, 327 gewerbliche Dienstleistungs- und Handelsgenossenschaften mit einem Umsatz von mehr als 10,4 Milliarden Euro sowie sechs weitere. Damit ist die Genossenschaftsgruppe die mitgliederstärkste Wirtschaftsorganisation in der Region. Der RWGV steht als Prüfungs-, Beratungs- und Bildungsverband im Dienste seiner Mitgliedsgenossenschaften und vertritt ihre Interessen. www.rwgv.de

(Redaktion)


 


 

Ralf W. Barkey
Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes (RWGV)
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