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  • 05.02.2015, 08:40 Uhr
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  • Münster / Münsterland
LBS West steht vor einem Umbau

Bausparkasse reagiert auf Nullzinsphase - mehr gemeinsam mit Sparkassen und mehr online

Um die Folgen der europäischen Nullzinspolitik besser zu überstehen, geht die LBS West in die Offensive. Die Landesbausparkasse, so kündigte der Vorstandsvorsitzende Jörg Münning am Mittwoch an, plant in den kommenden Jahren einen „grundlegenden Umbau“ des Unternehmens.

Vertriebswege sollen im Schulterschluss mit den Sparkassen noch enger verzahnt werden. Bei den Neuerungen im Produktbereich nimmt die LBS das Online-Geschäft stärker ins Visier. Der Betrieb soll auch mit Hilfe einer bis Ende 2016 weitgehend vereinheitlichten IT noch effizienter werden. Ein Absenken der gesamten Personalstärke über altersbedingte Abgänge schließt Münning ebenso wenig aus wie eine mögliche „Aufgabenverlagerung“ zwischen LBS und Sparkassen.

„Die Regulierungsflut und die schwierigen Kapitalmarkt-Bedingungen zwingen uns zu einer noch stringenteren Gesamtbanksteuerung“, betonte Münning, der seit Oktober 2014 an der Spitze des Tochterunternehmens der nordrhein-westfälischen Sparkassen steht. In einem neuen Leitbild „LBS 2020“ will der Vorstand die Strategie des Unternehmens schärfen. „Es gibt kein Einfach-weiter-so“, betonte der LBS-Chef.

DGZF- Rendite für Pfandbriefe drastisch gesunken

Der Blick auf die sogenannte DGZF-Rendite für Pfandbriefe – ein Orientierungswert für Banken – verdeutlicht die schwierige Lage. Binnen weniger Monate ist dieser Wert von 2,28 auf 0,79 Prozent gesunken. Münning sprach von einem „Erdrutsch“ – ausgelöst von der Europäischen Zentralbank. Das Zinsniveau sei keine normale Marktentwicklung, sorge für falsche Anreize und werde gerade die heute junge Generation bei ihrer Altersvorsorge stark belasten.

Die LBS West hat trotz dieser Vorzeichen das Ziel, gestärkt aus der Nullzinsphase herauszukommen. Helfen könnte ihr dabei die starke Position in NRW. Nach Unternehmensangaben ist der Marktanteil in 2014 um zwei auf 42,2 Prozent gewachsen. Das Bruttoneugeschäft lag mit 9,1 Mrd. nur knapp unter dem Ergebnis 2013. Beim Wohn-Riester verbuchte die LBS West bei einem Plus von 22 Prozent mit 2,2 Mrd. Brutto-Neugeschäft einen neuen Höchstwert. Jörg Münning regte an, Wohn-Riester auch für die „grüne“ Modernisierung zu öffnen, um die Energiewende zu beleben.

Kündigung von Altverträgen

Bei der vielfach kritisierten Kündigung von Altverträgen, die vor allem wegen der hohen Verzinsung gehalten werden, sieht Münning die LBS nicht nur juristisch auf der sicheren Seite. „Als Manager des Kollektivs müssen wir es sogar machen, um die Balance zu halten.“ Es gehe bei der LBS West bisher um 13.000 von insgesamt 2,6 Mio. Verträgen.

Die Zusammenführung der IT von acht Landesbausparkassen (ohne Bayern) soll Ende 2016 abgeschlossen sein. Die Investition im „hohen zweistelligen Millionenbereich“ hält Jörg Münning für alternativlos.

Ob damit der Weg für Fusionen im Lager der Landesbausparkassen geebnet wird, ließ der LBS-Chef offen. In Münster habe man aber zweimal gezeigt, dass man es beherrscht: Die LBS Bremen wurde übernommen, die LBS-Immobilien Nord-West neu geschaffen.

(Wolfgang Kleideiter, WN)


 


 

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