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  • 22.01.2013, 11:21 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Lkw-Abgasnormen

Den Verbrauch im Visier

Weniger Stickoxide und Rußpartikel: Das ist das Ziel bei "Euro 6", der neuen Abgasnorm, die für alle neu zugelassenen Brummis ab 2014 gilt.

Wenn es nach dem Willen der Politik geht, rollen schon bald umweltfreundliche Euro-6-Lkw über Deutschlands Straßen. Die Technik ist da. Und die Hersteller haben schwere Nutzfahrzeuge ins Programm genommen, die die verschärfte Emissionsnorm erfüllen.

Allein: Mit der geplanten Reform der Mautstruktur lässt die Politik auf sich warten. Offen ist nach wie vor, wie hoch die Vergünstigung für solche Laster im deutschen Mautsystem ausfallen wird. Der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) spricht sich für eine eigene Mautkategorie aus, die vier Cent pro Kilometer günstiger ist als die nächst höhere Gebührenklasse. Bundesverkehrsminister Ramsauer verweist derweil auf ein noch ausstehendes Gutachten. Spätestens zum 1. Oktober werde aber eine neue Mautstruktur in Kraft treten, lässt er verlautbaren.

Die Abgasnorm 6 wird von 2014 an Pflicht für neu zugelassene Lkw. Im Vergleich zum Euro-5-Standard soll der Ausstoß von Stickoxiden um bis zu 80 Prozent zurückgehen, bei Rußpartikeln um zwei Drittel.

Die gleichzeitige Reduzierung der klassischen Schadstoffe und des Kraftstoffverbrauchs sind indes technisch schwierig unter einen Hut zu bringen. Letzterer macht laut VDA etwa 30 Prozent der Betriebskosten aus. „Die Nutzfahrzeughersteller haben es aber geschafft, den Verbrauch der neuen Euro- 6-Fahrzeuge weiter zu senken“, erklärt VDA-Präsident Matthias Wissmann. Handwerker, Spediteure sowie Transport- und Busunternehmer schauen bei Investitionsentscheidungen in ihren Fuhrpark vor allem auf die Verbrauchswerte.

Wie sich die Nachfrage nach Euro- 6-Lkw entwickelt, hängt darüber hinaus stark von der Mautspreizung ab. Bei deren Festlegung muss nicht nur ein eventueller Mehrverbrauch berücksichtigt werden, sondern auch der im Vergleich zu Euro-5-Fahrzeugen höhere Anschaffungspreis. Laut Daniel Janning von der IHK NordWestfalen kosten Euro- 6-Fahrzeuge einem Bericht von Tüv Süd zufolge durchschnittlich 12.000 Euro mehr.

Nachdem die Optimierung der Dieselmotoren nach Einschätzung des VDA weit vorangeschritten ist, ließen sich Effizienzgewinne im Fernverkehr künftig vor allem durch eine verbesserte Aerodynamik erzielen. Bei einem 40-Tonner gehe rund ein Drittel des Fahrwiderstands auf die Luft zurück. Ein aerodynamisch optimierter Lkw könne unterdessen bis zu 25 Prozent Sprit einsparen. Ein stromlinienförmiger Lkw dürfe allerdings nicht an Ladefläche verlieren, betont der VDA. Derzeit darf ein Standard-Sattelzug maximal 16,5 Meter lang sein. „Die Kernfrage sind die Abmessungen. Hier ist die Politik gefordert, die Herausforderungen anzunehmen und neue Lösungen zu ermöglichen“, sagt Wissmann.

An der Effizienz feilen nicht nur Zugmaschinen- Hersteller, sondern auch Trailerproduzenten bringen Innovationen auf den Markt. Eine weitere Einsparung könnte die Hybrid-Technik bringen – bei schweren Lkw ist sie aber noch nicht in Sicht.

(Katja Niemeyer)


 


 

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