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  • 01.10.2013, 09:32 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Lukrative Geschäfte

Büros für Sportwetten operieren in juristischer Grauzone - Zwangsschließungen drohen

Da noch keine Konzessionen vergeben sind, bewegen sich Büros für Sportwetten derzeit in einer juristischen Grauzone. Trotzdem wurden schon etliche davon eröffnet. Ein Zeichen dafür, wie lukrativ dieses Geschäft ist, meint das Ordnungsamt. Die Stadt Münster sieht die Wettbüros nicht so gern.

Wenn Samstag die Bundesliga läuft, fiebern viele Menschen nicht nur mit, weil es für ihren Lieblingsclub um Sieg oder Niederlage geht. Für immer mehr Menschen geht es um Geld – und nicht nur beim Fußball. Boxkämpfe, American Football, Pferderennen sowieso: Mit Sportwetten lässt sich für die Anbieter viel Geld verdienen.

„Manch einer setzt bei Sportwetten sein ganzes Gehalt“, erzählt Serhat Tekin, der in einem neu eröffneten Sportwettbüro am Bahnhof arbeitet. Die für die Wettunternehmer lukrative Seite des Geschäfts ist wohl der Grund dafür, dass in den zurückliegenden Monaten auch in Münster mehrere Wettbüros neu eröffnet haben. Sie sind unter anderem an der Ostseite des Bahnhofs, an der Friedrich-Ebert-Straße und an der Grevener Straße.

Nach Auskunft von Ordnungsamtsleiter Martin Schulze-Werner gibt es momentan acht Wettbüros in Münster. Wenn es nach Schulze-Werner ginge, gäbe es kein einziges Sportwettbüro in der Stadt. Der Fußball-Wettskandal sei nur ein besonders krasses Beispiel, das nach den Worten des Ordnungsamtsleiters illus­triere: „Sportwetten sind oft unseriös, die Polizei bringt sie häufig mit Geldwäsche in Verbindung.“ Außerdem förderten sie die Spielsucht. Kurzum: Wettbüros ziehen Menschen an, die nicht jeder gern in seiner Nachbarschaft wähnt, sagt Schulze-Werner. „Solche Läden können ganze Stadtviertel zum Kippen bringen“, glaubt er.



Ohne Konzession droht die Zwangsschließung

Momentan hat die Stadt aber keine Handhabe gegen die Eröffnung immer neuer Anlaufstellen für Zocker. Bis vor zwei Jahren führte das Ordnungsamt vor dem Verwaltungs- und dem Oberverwaltungsgericht eine juristische Abwehrschlacht gegen die Wettbüros. Bis das Bundesverwaltungsgericht das Geschäft mit den Sportwetten im Grundsatz für legal erklärte. Der neue Glücksspiel-Staatsvertrag in Deutschland ist derzeit in der Umsetzungsphase – weshalb sich die neuen Wettbüros in Münster laut Schulze-Werner in einem „rechtlichen Schwebezustand“ befinden. Jeder Betreiber eines Wettbüros braucht eine Konzession, die Zahl der Annahmestellen ist in NRW nach Angaben der Bezirksregierung auf insgesamt 920 limitiert. Die Stadt wartet nun darauf, dass die Bezirksregierung die Konzessionen vergibt – dann könnten die Büros, die hier leer ausgehen, zwangsweise geschlossen werden.

Bis dahin kann jeder, der es möchte, hier Wettgeschäfte als Gewerbe betreiben. „Ein hohes Risiko“, meint Schulze-Werner, der davon ausgeht, dass nicht alle münsterischen Büros eine Konzession erhalten werden. Serhat Tekin ist optimistisch, dass das neue Büro am Bahnhof die Konzession erhält. „Wir haben hier gerade alles frisch renoviert.“

(Karin Völker)


 


 

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