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  • 03.04.2014, 11:08 Uhr
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  • Münster / Münsterland
LWL-Museum für Kunst und Kultur

Tausendundeine Nacht - Orientalische Bilder von August Macke

Ein Kernbereich in der Sammlung des LWL-Museums für Kunst und Kultur ist die Malerei der Moderne, ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Kunst von August Macke. Das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) am Domplatz in Münster beherbergt über 300 Werke des westfälischen Expressionisten, darunter Gemälde und Aquarelle, Grafiken, drei Arbeiten auf Textil, zwei Skulpturen und 80 Skizzenbücher.

Anlässlich des Jubiläums der berühmten Künstlerreise nach Tunesien und des 100. Todestages von August Macke wurde der umfangreiche Macke-Bestand digitalisiert und ist ab der ein Neueröffnung am 20. September auszugsweise zu sehen.

Am 6. April 1914 machten sich die Malerfreunde August Macke, Paul Klee und Louis Moilliet auf den Weg nach Tunesien, um dort das intensive Licht, die weißen Städte und die flimmernden Landschaften der Wüste zu studieren. Diese 14-tägige Künstlerreise wurde zu einer Sternstunde der modernen Malerei. Vom anekdotenhaften Orientalismus des 19. Jahrhunderts verabschieden sich die Künstler und entwickeln ganz eigene Bildlösungen. Sie abstrahieren ihre Motive und verwandeln sie mehr und mehr in ornamentale Strukturen.

Die exotische Umgebung regt die Maler zu äußerster Produktion an, schon am ersten Abend aquarellieren Macke und Klee. Macke schreibt dazu an seine Frau: " Liebe Lisbeth! Wir sitzen hier mitten in der afrikanischen Landschaft, zeichnen, schreiben, Klee aquarelliert. (…) ich habe heute schon sicher 50 Skizzen gemacht. Gestern 25. Es geht wie der Teufel, und ich bin in einer Arbeitsfreude, wie ich sie nie gekannt habe." Neben Goethes Italienreise wurde der Trip der Künstlerfreunde durch den Orient zur berühmtesten Reise der deutschen Kulturgeschichte.

Schon 1975 Auftakt für eine intensive Macke-Forschung

In der Sammlung des LWL-Museums ist ein Gemälde aus dieser berühmten Reise enthalten: das "Tunesische Hafenbild". Das größte Konvolut an Zeugnissen der "Tunisreise" in Museumsbesitz sind Skizzen und Dokumente aus dem Nachlass. Das Macke-Archiv enthält zahlreiche Briefe, Fotos, Dokumente und wurde durch die Familie des Künstlers 1979/80 an das LWL-Museum für Kunst und Kultur übergeben. Bereits 1975 wurden die Skizzenbücher vom Museum angekauft und bildeten den Auftakt für eine intensive Macke-Forschung.

Dr. Tanja Pirsig-Marshall, Kuratorin für die Moderne im Haus, betreut das Macke-Konvolut und erreichte eine Föderung der Aufarbeitung bei der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG). Seit 2012 konnten innerhalb des Digitalisierungsprojekts insgesamt 5.000 Blätter der Skizzenbücher, aber auch andere Papierarbeiten und Archivalien eingescannt werden.

Digitalisierter Bestand ab 1. September im Internet

Um die zum Teil äußerst empfindlichen Dokumente einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wird der gesamte digitalisierte Bestand ab dem 1. September auf der Website des Museums zugänglich sein. Mit der Wiedereröffnung des LWL-Museums für Kunst und Kultur am 20. September 2014 werden in der Neupräsentation der Sammlung zehn digitalisierte Skizzenbücher zu sehen sein, darunter das Skizzenbuch zur "Tunisreise". Darüber hinaus kann auch das Fotoalbum, das auf der Reise entstand, in digitalisierter Form durchgeblättert werden.

Die Freunde des Museums laden außerdem am 8. April (Dienstag) um 19 Uhr zu dem Vortrag "Tunisreise vor 100 Jahre - Macke, Klee, Moilliet" von Prof. Dr. Franz, ehemaliger Kurator für Moderne am LWL-Museum für Kunst und Kultur, ein. Anmeldung unter: [email protected]. Weitere Informationen dazu auf der Website der Freunde.

(LWL)


 


 

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