Weitere Artikel
  • 08.10.2013, 13:24 Uhr
  • |
  • Münster / Münsterland
LWL-Museum für Naturkunde

Ausstellung „Sex und Evolution“ gibt Einblick in das „Schlafzimmer der Natur“

Bunte Vogelmännchen, imposante Geweihe, farbenfrohe Schmetterlinge, leuchtende Käfer, Gesänge und Brautgeschenke. Wozu soll das gut sein? Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) zeigt ab Freitag (11.10.) ein Jahr lang (bis 19.10.2014) die neue Ausstellung "Sex und Evolution" im LWL-Museum für Naturkunde in Münster.

Die Schau mit 450 Exponaten und Objekten widmet sich auf über 500 Quadratmetern der "schönsten Sache der Welt". Den Besucher erwarten Einblicke in die verschiedensten Facetten der sexuellen Fortpflanzung im Tier- und Pflanzenreich und deren Bedeutung für die Evolution. Und auch der Mensch mit seiner Sexualität ist Thema der Sonderausstellung.

"Das Schlafzimmer der Natur"

Die Besucher erfahren, warum die aufwendige sexuelle Fortpflanzung trotzdem als "Motor der Evolution" sehr erfolgreich ist. LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch: "Der entscheidende Vorteil von Sex aus biologischer Sicht ist, dass er es einer Art ermöglicht, Nachkommen mit unterschiedlichen Eigenschaften zu bekommen und sich damit besser an Veränderungen ihrer Umwelt anzupassen."

Die Ausstellung zeigt auch, warum das "Schöne" oft nicht das weibliche Geschlecht ist, klärt auf, wie Männchen ticken und was Weibchen wollen und wie sie trotz unterschiedlicher Interessen am Ende doch zusammen finden. Gezeigt wird zum Beispiel das skurrile Paarungsverhalten der Bettwanze ebenso wie die Verführungskünste des Laubenvogels. Die Besucher erfahren was ein Liebespfeil ist und lernen, warum das Schnüffeln an verschwitzten T-Shirts Menschen mitunter bei der Partnersuche hilft.

Die unterschiedlichsten Strategien der Natur bei der Partnerwahl und Paarung werden vorgestellt und mit naturkundlichen Objekten, Fotos, Grafiken sowie interaktive Medien und Mitmach-Stationen erklärt. Kirsch: "Die Besucher betreten mit uns das Schlafzimmer der Natur." Konzipiert ist die Ausstellung ohne Alterseinschränkung für Familien mit Kindern, Studenten, Erwachsene bis hin zu den Senioren.

Viel Aufwand für die Evolution

Zwei Jahre lang bereiteten die Ausstellungsmacher Lisa Klepfer und Dr. Jan Ole Kriegs unter der Leitung von Museumsdirektor Dr. Alfred Hendricks die Ausstellung vor. Dr. Alfred Hendricks: "Sexuelle Fortpflanzung ist aufwendig und zeitraubend - trotzdem pflanzt sich die Mehrheit der Arten auf dieser Erde sexuell fort. Bereits im Eingangsbereich der Ausstellung verdeutlichen dies verschiedene Tiere, die in Paarungsstellung zu sehen sind, unter ihnen Rothirsch, Fuchs, Igel und auch der Mensch."

"Was Sex angeht, hat die Evolution in der Natur viel Bizarres hervorgebracht. Auch das menschliche Sexualverhalten wurde im Laufe der Evolution sehr vielfältig", sagt der Wissenschaftler Dr. Jan Ole Kriegs und fährt fort: "Wir zeigen, welche Rolle Sex in verschiedenen Kulturen gespielt hat und wie Sitten und Gesetze das Sexualleben der Menschen beeinflussen."

Biologin Lisa Klepfer sagt: "Aus evolutionsbiologischer Sicht ist es das oberste Ziel aller Lebewesen, sich fortzupflanzen und die eigenen Gene an die nächste Generation weiterzugeben. Im Laufe der Evolution haben sich daher verschiedenste Fortpflanzungsstrategien entwickelt. Bei den meisten Tieren und Pflanzen ist die zweigeschlechtliche, sexuelle Fortpflanzung der bei weitem häufigste Fortpflanzungstyp. Doch es gibt auch Strategien, die auf dem Prinzip der nichtgeschlechtlichen, also asexuellen Fortpflanzung beruhen: viele Pflanzen bilden Ableger; Bakterien und andere Einzeller vermehren sich durch einfache Zweiteilung. Der Vorteil: Erfolgreiche Genkombinationen bleiben erhalten und eine mühsame Suche nach Fortpflanzungspartnern entfällt."


 


 

Ausstellung
Sex
Fortpflanzung
Evolution
Verhaltensweise
Paarung
Weibchen
Tierarten
LWL-Museum
Partner
Modell
Homosexualität
Natur
Männchen
Geschenk

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Ausstellung" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: