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  • 26.06.2014, 14:43 Uhr
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  • Münster / Münsterland
LWL

Wolfgang Kirsch geht in den Ruhestand

Staffelübergabe beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Der neue Direktor des Kommunalverbandes, Matthias Löb, wird heute offiziell in sein Amt eingeführt. Der 49-jährige Jurist (SPD) und bisherige Kämmerer löst Wolfgang Kirsch (CDU) ab dem 1. Juli ab. Zur Abschiedsfeier kam auch NRW Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD).

Zwischen all den bei Abschiedsfeiern üblichen Worten wie „Dankbarkeit“, „Respekt“ und „Vertrauen“ tauchte zum Abschied von Dr. Wolfgang Kirsch als LWL-Direktor am Mittwoch vor allem ein Wort immer wieder auf: „Streit“. So berichtete Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, dass es bei den Auseinandersetzungen mit dem CDU-Mann „zur Sache ging.“ Dieter Gebhard, Vorsitzender des Westfalenparlaments, nannte den LWL-Direktor als "nicht immer bequem“. Wenn es um die westfälischen Belange geht, sei er immer bereit gewesen, sich mit eigenen Parteifreunden – „mit allen anderen sowieso“ – anzulegen. Und Anusch Melkonyan aus dem Personalrat erinnerte sich daran, dass sie sich hier und da ordentlich gestritten hat mit Wolfgang Kirsch. Kommentar des scheidenden LWL-Direktors: „Mich hat das überrascht, dass sie so freundlich zu mir gesprochen haben“.

Auch Kirsch haben die Auseinandersetzung gefallen: „Es war wunderschön, mit Ihnen zu streiten“, sagte er etwa zu Hannelore Kraft. An seinem letzten Arbeitstag aber zeigte er sich von seiner friedfertigen Seite: Eine Rede, die er „mit viel Akribie“ vorbereitet hatte und in der er alles zusammengefasst hat, „was ich immer schon mal sagen wollte“, hat er weggeworfen. „Was ich 34 Jahre nicht gesagt habe, das muss jetzt auch nicht mehr gesagt werden.“ Übrig blieb ein „Danke“.

Die Auseinandersetzung hat sich gelohnt

Doch alle, die im Westfalenparlamen Abschied nahmen, waren sich einig, dass sich die Auseinadersetzung gelohnt hat. Kraft bedankte sich dafür, dass Kirsch „Neues gestaltet, Vorhandenes geändert, alte Zöpfe abgeschnitten“ hat. Sie hob vor allem seinen Einsatz für die psychiatrischen Einrichtungen, den Maßregelvollzug, das LWL-Museum für Kunst und Kultur und die Annette-von-Droste-Hülshoff-Stiftung hervor. „Das kulturelle Erbe von Westfalen-Lippe zu erforschen und zu bewahren, das war und ist ihnen besonders wichtig gewesen. Sie haben verstanden, eigenen Akzente zu setzen, mit einer Beharrlichkeit, die ich immer bewundert habe.“ Die Region könne Kirsch dankbar sein für das, was er angeschoben habe.

In der guten alten Tradition ihres Zanks setzte Kraft aber noch eine kleine Spitze. Gleich zu Beginn ihrer Rede wies sie darauf hin, dass Kirschs Abschied und die Amtseinführung seines Nachfolgers Matthias Löb ein Termin ist, zu dem sie gerne kommt – „übrigens nicht nur zu diesem Termin, denn Westfalen ist immer eine Reise wert“. Sie reagierte damit auf Kirschs Kritik, dass sie bei der Eröffnung des LWL-Museums nicht dabei sein wird.

(Stefan Werding, WN)


 


 

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