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  • 02.05.2013, 11:43 Uhr
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  • Münster
Maikundgebung

Bessere Welt, gerechter Lohn - und eine augenzwinkernde Bratwurst

Fahnen, Transparente, markige Sprüche und ausführliche Reden, Musik, Erbsensuppe, Würstchen, Luftballons und natürlich Sonnenschein – das gehört für bekennende Gewerkschafter zum 1. Mai.

Am Feiertag war die Stubengasse Kulisse für die Maikundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes Münster. Nach dessen Angaben waren zuvor rund 500 Teilnehmer durch die Stadt gezogen.

Quintessenz ihrer Botschaften: Es läuft viel schief in Deutschland, Europa und der Welt, speziell auf den Arbeitsmärkten: Dumpinglöhne in Leiharbeitsfirmen, drohende Altersarmut, Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa, generell die Umverteilung des Reichtums von unten nach oben – die Redner der Kundgebung steckten ein weites Feld ab.

Hauptrednerin Dorothea Schäfer, die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) war schon mehrere Male von den Münsteranern eingeladen worden und nun endlich gekommen. Sie forderte Toleranz, gerechte Arbeitsbedingungen, „einen Mindestlohn von 8,50 Euro“ und kritisierte explizit die rot-grüne Landesregierung, die beabsichtige, die Gehälter für ihre Landesbediensteten in Schulen, Polizei und Finanzverwaltung nicht anzupassen. „Damit ist nicht einmal ein Inflationsausgleich gewährleistet“, schimpfte Schäfer. Eine direkte Adressatin hörte im Publikum zu: Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) war bei der Maikundgebung dabei, ebenso wie ihr SPD-Kollege im Landtag Thomas Marquardt.

Ein Grüppchen junger Leute forderte Freiheit für den kurdischen PKK-Chef Öcalan, andere Teilnehmer die Abschaffung von Hartz IV, die Jugendorganisation der Marxistisch-Leninistischen Partei echten Sozialismus.

Und gleich neben der Bühne übte mit großen Sonnenbrillen und Bierdosen das „Jugendbündnis für die Mantaplatte“ augenzwinkernden Protest gegen den Protest: Mit dem Bekenntnis, man glaube an nichts als die Bratwurst – schließlich gehe es im Kern der sozialen Frage ja auch um die Wurst.

(Karin Völker)


 


 

Dorothea Schäfer
Svenja Schulze
Thomas Marquardt
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