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  • 14.11.2013, 09:30 Uhr
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  • Münsterland / Stadtlohn
Maschinenfabrik Kemper

Weltgrößter Mähvorsatz für Maishäcksler kommt aus Stadtlohn

Ein Mähvorsatz, breit wie neun Autos? Gibt‘s doch gar nicht! Stimmt. Insofern jedenfalls, als dass so ein Monster-Mais-Mäher als Serienprodukt bisher noch keinen Acker leergefressen hat. Dennoch: Die Maschinenfabrik Kemper aus Stadtlohn hat so einen hungrigen Riesen entwickelt, gebaut, getestet – und am Ende für gut befunden.

Das Unternehmen stellt ihn derzeit auf der Landtechnikmesse Agritechnica in Hannover vor: als weltgrößten seiner Art. „Ein derart großes Erntegebiss kommt jedoch mit Sicherheit weder heute noch morgen auf den Markt“, sagt Verkaufsleiter Georg Wigger. Folglich firmiert der 15-Meter- Mäher bei dem Maschinenbauer aus dem Westmünsterland auch als „Konzeptstudie 2020“.

Kemper, der international aufgestellt ist und die Landmaschinen zahlreicher Hersteller mit seinen Mähvorsätzen ausstattet, bedient damit eine Tendenz, die in der Branche seit geraumer Zeit vorherrscht. Der Trend geht eindeutig in Richtung immer größerer Maschinen. Es ist noch gar nicht so lange her, da waren auch Maisernter Anhängsel von Traktoren, die anfangs eine, später dann drei oder vier Pflanzenreihen auf einmal schnitten. Gängig sind gegenwärtig zwölf- bis maximal 14-reihige Gebisse, die bis zu zehn Meter breit sind. Größere gibt es auch in den USA, dem Mutterland der XXLMaschinen, noch nicht. Die Stadtlohner betreten mit ihrer 15-Meter-Version folglich Neuland.

Konzeptstudie im Praxistest bewährt


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Auch wenn die noch nicht mehr als ein Studienobjekt ist: Sie hat sich in einem Praxistest in Stadtlohn bereits bewährt. Wenngleich: Für die im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands nicht immer nur üppigen Flächen im Münsterland taugt der Mega-Mäher womöglich nur bedingt. „Fünf Hektar sollte die Ackerfläche schon betragen, damit sich der Einsatz lohnt“, sagt Wigger.

Ob sich der Riese letztlich wird am Markt behaupten können, ist ungewiss. Zwar räumt er einen Acker deutlich schneller leer und belastet den Boden weniger, weil er weniger Runden drehen muss. Auf der anderen Seite lässt sich das 15-Meter- Schneidwerk beim Transport aber nicht wie die kleineren Versionen an der Häcksler- Spitze einfach zusammenklappen, sondern muss separat befördert werden.

Hinzu kommt, „dass es schon praktisch wäre, wenn mit dem Mähwerk auch die Häcksler wachsen würden“, sagt Wigger. Getestet wurde das sogenannte Gebiss mit einer 800-PS-Maschine. Die größten auf dem Markt verfügbaren sind mit 1000 PS nur wenig stärker. „Besser wäre es allerdings, wenn das Mähwerk von einer 1500 PSMaschine gefahren würde“, sagt der Nottulner. Die wird‘s sicherlich auch bald geben ...

(Elmar Ries)


 


 

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