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  • 19.07.2013, 09:44 Uhr
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  • Münster/Wolbeck
Mehr Wärme für die Pflanzen

Kapazitätsausbau bei Biogasanlage Rohlmann

Das Konzept wirkt überzeugend: Vor allem aus Mist und Gülle wird in der Biogasanlage der Familie Rohlmann Energie erzeugt. Eine Wolbecker Gärtnerei nutzt die dabei entstehende Abwärme vollständig für den Pflanzen-Anbau.

„Trotzdem gab es bei der Stadt zunächst jede Mange Vorbehalte, als wir erweitern wollten“, erzählt Junior-Chef Mark Rohlmann, der die Kapazität der jährlich rund 2,3 Millionen Kubikmeter Biogas produzierenden Anlage gerne etwa verdoppeln möchte. Seit über zwei Jahren kämpfe er bereits für sein Projekt, immer wieder sei er auf Schwierigkeiten gestoßen.

Doch nun signalisierte der münsterische Rat Zustimmung: „Das Baurecht soll entsprechend angepasst werden“, erklärt der stellvertretende Sprecher des Planungsausschusses, Kurt Pölling, auf Anfrage. Das heißt, „es wird ein spezieller, wegen der Größe der Anlage notwendiger, auf das Vorhaben bezogener Bebauungsplan auf den Weg gebracht“.

Dennoch muss sich Rohlmann weiter gedulden, denn vorher sei noch eine Änderung des Flächennutzungsplans erforderlich. Nach Rücksprache mit dem Planungsamt werde dieses Verfahren eineinhalb bis zwei Jahre dauern, so Pölling. „Der lange Zeitraum ist in erster Linie der Aufstellung des Flächennutzungsplans geschuldet.“

Warum musste Rohlmann bisher bereits so lange auf eine Entscheidung warten, und was kritisieren die Skeptiker eigentlich? Knackpunkt ist, dass Biogasanlagen nicht allein tierische Hinterlassenschaften, so genannten „Wirtschaftsdünger“ verwerten, sondern auch Mais und andere Futtermittel. Diese Vernichtung von Nahrungsmitteln und der damit verbundene Flächenverbrauch sind in der Öffentlichkeit umstritten. „Bei der Verwaltung bestand die Befürchtung, dass wir bei einer Erweiterung der Anlage auch den Anteil der verwerteten Futterpflanzen vergrößern würden“, so Rohlmann. Genau dies sei jedoch nicht der Fall.

 „Die Anlage ist bereits auf größere Kapazitäten ausgelegt“

„Wir verarbeiten schon heute mindestens 50 Prozent Wirtschaftsdünger“, versichert der Wolbecker. „Und das wird auch so bleiben.“ Auch die Abwärmenutzung werde weiterhin bei 100 Prozent liegen. Dass er sich dazu verpflichtet habe, dürfte bei der Stadt letztlich einen entsprechenden Sinneswandel eingeleitet haben, vermutet er. Genauso wie die Tatsache, dass die Einhaltung der Zusagen regelmäßig kontrolliert würde. Der bauliche Aufwand indes sei gering: „Die Anlage ist bereits auf größere Kapazitäten ausgelegt“, so Rohlmann. „Wir müssten lediglich einen neuen Gärbehälter errichten.“

In Wolbeck wird die bevorstehende Erweiterung der Biogasanlage mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Manch einer befürchtet, es könne mehr Lkw-Verkehr entstehen. „Die künftig vermehrte Anlieferung von Mist erfolgt kontinuierlich“, führt Rohlmann dagegen an. „Kaum jemanden dürfte es stören, wenn ein Lkw pro Tag mehr anrollt. Zumal wir einen Direktzugang zur Everswinkeler Straße haben.“

Ein neu installierter Vakuumverdampfer werde außerdem einen Großteil des anfallenden Gär-Restes verdampfen. „Dadurch können rund 300 Lkw-Rücktransport-Fahrten pro Jahr eingespart werden.“

(Redaktion)


 


 

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