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  • 10.04.2014, 08:52 Uhr
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  • Münster
Menschen mit Behinderungen

LWL-Messe der Integrationsunternehmen

Rund 90 Aussteller informierten auf der LWL-Messe der Integrationsunternehmen am Mittwoch über ihre Arbeit. Neben Gründern waren auch viele Arbeitssuchende auf der Messe unterwegs.

„Machen wir uns nichts vor: Auf dem Arbeitsmarkt ist es für uns immer noch schwierig.“ Antonella Di Filippa spricht aus Erfahrung. „Uns“ – das sind Menschen mit einer angeborenen oder erworbenen Behinderung. Umso wichtiger sei deshalb die Existenz von Integrationsunternehmen, die in einer Behinderung kein Hindernis sehen. Di Filippa arbeitet für „DasDies Service“ und ist eine von rund 90 Ausstellern, die auf der LWL-Messe der Integrationsunternehmen am Mittwoch über ihre Arbeit informierten. Bereits bei der Eröffnung am Vormittag zählte der LWL 1000 Besucher.

„Ihr seid langsam“ – das höre er als Rollifahrer oft. „Wenn ich denen dann erzähle, dass ich auf einer Intensivstation arbeite, können sie das erst gar nicht glauben“, berichtete Messebesucher Achim Tangelder. Dieses Zutrauen könne auch über einen Erfahrungsaustausch ermöglicht werden. Für das Integrationsunternehmen Dalke, das seit über 31 Jahren besteht und eines der ältesten Deutschlands ist, ist der Mix aus Mitarbeitern mit und ohne Behinderung längst Normalität.

Probleme meist nur in den Köpfen der Unternehmer

Geschäftsführer Jürgen Dahlke gibt seine langjährigen Erfahrungen auch anderen Betrieben weiter. Und hier falle auf, dass Unternehmer schnell zu der Erkenntnis gelangen, dass es die befürchteten Probleme nur in ihren Köpfen gab „und eben nicht bei der täglichen Arbeit“. Unternehmen, die Menschen mit Behinderung einstellen, ermöglichen ihnen gleichzeitig mehr Selbstständigkeit und Freiheit, ist sich Dr. Wolfgang Kirsch, der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) sicher.

Die bereits dritte LWL-Messe dieser Art unterscheide sich nicht mehr von anderen Industriemessen. Das zeige, dass sich die Integrationsunternehmen gut in den Markt eingefügt haben. „Das sind keine Sozialunternehmen – sie müssen sich auch wirtschaftlich tragen“, betonte Kirsch. Ein Konzept, das auch bei Garten- und Landschaftsbau „Karl Mensing“ aus Heek-Nienborg aufging. Was mit einem Mitarbeiter vor einigen Jahren klappte, wurde fortgesetzt. Mittlerweile arbeitet immer mindestens ein Mitarbeiter mit Behinderung pro Team.

Neben Gründern waren auch viele Arbeitssuchende auf den Gängen der Messe unterwegs. Christian Schriewer war einer von ihnen. „Ich will arbeiten – egal wo,“ sagt er.

(Julia Kwiatkowski, WN)


 


 

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