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  • 13.03.2013, 10:13 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Metallbauer Westholt

Nischenprodukte auch für die Landwirtschaft

Der Kundenstamm der Metallbau-Firma Westholt aus Münster reicht sogar bis nach Weißrussland. Aufträge aus dem Ausland sind für den Familienbetrieb an der Hansalinie nicht ungewöhnlich, obwohl das Kerngeschäft eigentlich in Deutschland liegt.

Die Mahl- und Mischanlage ist aus Metall, üppig in ihrer Größe und schön grün angestrichen. Das schwere Gerät wird von Andreas Westholt in Münster gebaut und in der Landwirtschaft eingesetzt. Pro Jahr, sagt der 54-jährige Firmeninhaber, verlassen rund zwölf solcher Fahrzeuge mit dem Namen GMA-3500 oder GMA-4500 den Familienbetrieb an der Hansalinie. Derzeit beschäftigt sich das Westholt-Team mit einer Lieferung für Weißrussland.

Zwei Maschinen sind für Maschinengemeinschaften in Osteuropa bestellt. Kostenpunkt pro Maschine? Andreas Westholt spricht von 43.000 Euro und aufwärts.

Drei Mitarbeiter von Westholt sind volle vier Wochen mit dem Bau einer jeweils 3,5 bis 4,5 Tonnen schweren Mahl- und Mischanlage ausgelastet, die in der Landwirtschaft eingesetzt wird.

Getreide wird in der Maschine gemahlen und anschließend wahlweise trocken oder flüssig mit weiteren Futterkomponenten gemischt und entsprechend wieder abgegeben. Die Anlage lässt 99 verschiedene Mischungen zu. Landwirte müssen damit kein Fertigfutter einsetzen, sondern können eigenes Futter verwenden, beschreibt Andreas Westholt den Vorteil der Entwicklung.

Die Farbe für die GMA-Maschine wird schließlich von einem Lackierer in Everswinkel aufgespritzt. In den nächsten Tagen rollen bei Westholt zwei riesige Lkw vor, um die Anlagen huckepack zu nehmen und ans Ziel zu transportieren.

Andreas Westholt freut sich über die zunehmende Nachfrage nach dem Nischenprodukt, das seit acht Jahren in seinem Betrieb gebaut wird. Aufträge aus dem Ausland sind für den Familienbetrieb in Münster aber nicht ungewöhnlich. Westholt exportierte das Gerät schon nach Finnland, England, Schottland und Kasachstan.

Produkte von der Stange sind die Ausnahme

Dabei ist Westholt eigentlich ein Metallbauer, der normalerweise in Deutschland unterwegs ist. Das Unternehmen aus Münster kümmert sich neben dem Alltagsgeschäft um exotische Aufträge. Produkte von der Stange gibt es in dem münsterischen Handwerksbetrieb so gut wie gar nicht. Allenfalls mal Kleinserien wie konfektionierte Lochbleche für Verkaufs-Stores einer großen Handelskette .

Handarbeit ist in der Firmenhalle im Gewerbegebiet An der Hansalinie gefragt. Auftraggeber sind Schlosser und unter anderem auch Maschinenfabriken.

Der 54-Jährige Firmeninhaber Andreas Westholt spricht von einer „sehr guten Auslastung“ seines Unternehmens. „Wir können uns nicht beklagen“, freut sich der Maschinenschlosser über die Auftragslage für das Handwerksunternehmen in Münster.

Entwicklung des Unternehmens Westholt

Hugo Westholt gründete das Unternehmen 1958 als Wagenbaubetrieb und Schmiede an der Uppenbergstraße. 1983 wurde im Gewerbegebiet „An der Hansalinie“ neu gebaut. 1994 übernahm Andreas Westholt den Betrieb. Sohn Benno Westholt (25) ist als Metallbaumeister ebenfalls eingestiegen. Tochter Anna, Betriebswirtin des Handwerks, und Ehefrau Ursula Westholt sind für das Büro zuständig.

(Redaktion)


 


 

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