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  • 27.03.2013, 15:57 Uhr
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  • Münsterland / Emscher-Lippe-Region
Metropol-Pläne Ruhrgebiet

„Faktisch eine Dreiteilung des Landes“

Neue Aufgaben per Gesetz für den Regionalverband Ruhr (RVR), wie sie von CDU, SPD und Grünen geplant sind, stoßen bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen auf Ablehnung. IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer: „Die Pläne laufen faktisch auf die Dreiteilung des Landes hinaus“.

Wenn es eine Metropole Ruhr mit den von den Parteien skizzierten Sonderrechten und Eigenständigkeiten geben sollte, werde auch die Metropolregion Rheinland diese Selbstständigkeit für sich einfordern, prognostizierte Dr. Benedikt Hüffer während der Jahrespressekonferenz der IHK, die für das Münsterland und die Emscher-Lippe-Region zuständig ist. Er betonte: „Und wir Westfalen können und werden dem dann auch nicht nachstehen.“

„Zentralisierte räumliche Zuständigkeiten von Gebietskörperschaften sind keine Voraussetzung für eine bessere Entwicklung“, unterstrich Hüffer. Die IHK Nord Westfalen setze auf die Verantwortlichkeit der Kommunen, auf freiwillige Kooperation und auf individuelle Gestaltungsspielräume für die einzelnen Teilräume des Ruhrgebietes. „Wenn jetzt ein breiter politischer Konsens zur Zusammenarbeit besteht, dann hindert doch niemand mehr die Kommunen des Ruhrgebietes dies zu tun“, so Hüffer, „auch ohne neue Behörden zu schaffen“. Ein zentral verwaltetes Ruhrgebiet werde wichtige Beziehungen zum Sieger- und Sauerland, zum Niederrhein und zum Münsterland verlieren. „Das ist nicht zum Vorteil der Region und schon gar nicht zum Vorteil unserer Unternehmerinnen und Unternehmer im Vest“, sagte der IHK-Präsident gegenüber Journalisten.

Im Mittelpunkt der IHK-Jahrespressekonferenz standen die Vorlage des Jahresberichts für 2012 und eine Umfrage zu den Auswirkungen der Energiewende auf die regionale Wirtschaft.

„Eine sichere Energieversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen“ wertet die IHK als zentrale Voraussetzung für eine weiterhin positive wirtschaftliche Entwicklung Nord-Westfalens, das sich zu einer führenden Industrieregion entwickelt habe. Darauf mache die IHK mit der Akzeptanzoffensive der regionalen Industrie aufmerksam, an der sich inzwischen 300 Unternehmen beteiligen.

DOWNLOAD:
pdfIHK-Jahresbericht 2012 (1MB)

„Starke Branchen“ ist entsprechend eines der drei Hauptziele, die das Arbeitsprogramm der IHK Nord Westfalen prägen, „leistungsfähige Infrastruktur“ und „gute Bildung“ sind die anderen beiden.

„Bildungspolitisch steht unsere Arbeit im Spannungsfeld des doppelten Abiturjahrgangs und des rapide spürbaren Fachkräftemangels“, skizzierte der IHK-Präsident das Aufgabenspektrum. Zum einen gehe es darum, den Abiturienten ausreichend Ausbildungsplätze in den Unternehmen anzubieten. Zum anderen darum, „dass auch zukünftig ausreichend junge Menschen eine betriebliche Ausbildung als Karriereeinstieg wählen“. Denn „von den 32.000 Fachkräften, die der Region 2025 fehlen werden, sind über 90 Prozent aus der betrieblichen Ausbildung“, so Hüffer. Er sprach von einer Über-Akademisierung, die sich für die mittelständische Wirtschaft als kontraproduktiv erweisen werde.

Mit der Aktion „Nord-Westfalen. Doppelt stark.“ sei es gelungen, fast 700 zusätzliche Ausbildungsplätze für Abiturienten in 2013 einzuwerben. Für 2012 verbuchte die IHK mit über 10.770 Ausbildungsverträgen ein leichtes Plus „auf einem seit Jahren hohen Niveau“. Zur positiven Lehrstellenbilanz hätten auch neue Vermittlungsformen wie die sieben IHK- Azubi -Speed-Datings beigetragen, an denen insgesamt 240 Unternehmen sowie über 4.000 Schülerinnen und Schüler teilnahmen.

(Redaktion)


 


 

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